20.11.2003
Seegang & Wellen (Ausbildung/Wetter)
In
der Zeitschrift SEGELN bringt M.Bohmann in dem Beitrag:
„Im Rhythmus
der See“
einige
Aussagen über Seegang & Wellen:
- „Wellen
entstehen durch den Druck des Windes auf die Wasseroberfläche. Die Wasserteile
werden, je nach Windstärke, mehr oder weniger stark nach unten gedrückt.
Dann schwingen sie zurück und überschreiten mit dem Schwung ihrer
„eingeblasenen“ Energie die Stillwasserhöhe (bei Flaute) um genau dasselbe
Maß, wie sie nach unten gedrückt wurden. Dieses Schwingen der
Wasseroberfläche muss sich nun in Richtung, in die der Wind bläst,
fortpflanzen, da der Winddruck ständig neue Schwingungen oder Wellen
erzeugt und ihr Feld immer weiter vergrößert.“
- „Da es
sich bei diesem Vorgang (der Wellenbildung) um Schwingungen handelt,
bewegen sich die Wasserteile auch nicht vorwärts, sondern im Takt der
durchlaufenden Wellen auf und nieder. Genau betrachtet: Auf dem Wellenkamm
wird ein Stück Treibholz zuerst in Laufrichtung mitgerissen und danach im Wellental,
durch eine gegenläufige Wasserbewegung wieder an den Ausgangsort
zurückgezogen.“
- „Einmal
vom Wind angestoßen, treten die Wellen dann ihre Reise an, wobei die ihr
vom Wind „eingeprägte“ Energie unterwegs nur in sehr geringem Maße
verbraucht wird. Die Wasserteilchen schwingen nach oben, erreichen ihren
Gipfelpunkt und werden durch die Erdanziehung wieder nach unten gezogen.
Dabei lassen sich die Schwingungen nicht von ihrem einmal eingeschlagenen
Kurs abbringen, weder beim Zusammentreffen mit anderen Wellenfeldern, noch
durch Strom – bis sich ihre Energie schließlich in Form von Brandung an
einer Küste entlädt.“
- „Die Höhe
der Energie, mit der der Wind auf Wasseroberflächen wirkt, prägt die
Länger der Wellen und legt damit ihre Laufgeschwindigkeit fest. … Je höher
die Windstärke, desto länger werden die Wellen und umso schneller bewegen
sie sich fort.“
- „Jede
Änderung der Windgeschwindigkeit erzeugt Wellen unterschiedlicher Länge
und Laufgeschwindigkeit, jede Winddrehung eine Änderung ihrer
Ausbreitungsrichtung. Das Ergebnis: Schnelle Wellen, die langsamer
laufende einholen, sie überlagern und damit ihre Höhe weit mehr als
verdoppeln – bis sie zu so genannten Kaventsmännern werden. … Strom (gegen
die Windrichtung) verstärkt in besonderem Maße die Steilheit der Seen und
das Chaos des Wellenfeldes.“
- „Kaventsmann:
Eine extrem hohe und steile Welle, die immer dann entsteht, wenn eine
schnell laufende Welle eine andere einholt und sie überlagert.“
- „Brecher:
Eine See, die durch Einwirkungen von Wind, Strom oder Flachwasser
(aufsteilt) und (anschließend) in sich zusammenstürzt.“
- „Dünung:
Auslaufende, gleichmäßig runde Wellen. Dünung kann jedoch auch Vorläufer
eines neu aufkommenden Sturmes sein und signalisiert, aus welche Richtung
er zu erwarten ist.“
Quelle: SEGELN, Nr.
12/03, S.6-13 – www.segeln-magazin.de
Literatur:
Brauner/Dentler/Kresling/Seifert: Strom, Seegang, Gezeiten, 2003, S.17-27