6.11.2004
Wattenhoch (Ausbildung)
Was
ein Watt ist, dürfte jenen, die
Küstenkanuwandern betreiben, nicht unbekannt sein. Was aber ist ein Wattenhoch?
Haben Sie
gewusst, dass:
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ein Wattenhoch eine Art „Wasserscheide“ im Wattenmeer ist, die u.a.
zwischen einer Insel (z.B. Spiekeroog) und dem Festland liegt, sofern die
Fläche dazwischen bei Niedrigwasser (Ebbe) trocken fällt?
…
das Wattenhoch wie eine Art „Grat“ von einer Insel bis zum Festland
reicht?
…
das Wasser bei Flut vom offenen Meer links und rechts an einer Insel vorbei ins
Wattenmeer fließt, um dann von beiden Seiten des Wattenhochs Richtung
Wattenhoch zu strömen?
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das Wattenhoch jene Wattfläche ist, die am spätesten vom auflaufenden
Wasser (Flut) überspült wird?
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es für ein Wattenhoch typisch ist, dass dort kaum Strömung herrscht, da
die Kräfte der von beiden Seiten heran strömenden Wassermassen sich in Höhe des
Wattenhochs kompensieren?
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das Wattenhoch der fehlenden Strömung seine Höhe verdankt; denn aufgrund der Schwebeteilchen,
die wegen der fehlenden Strömung nicht forttreiben, sondern sich auf der
strömungslosen Wattfläche ablagern können, erhebt sich diese Wattfläche
allmählich zu einem Wattenhoch?
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das Wattenhoch jene Wattfläche ist, die am frühesten bei ablaufendem
Wasser (Flut) trocken fällt?
…
das Wasser bei Ebbe von beiden Seiten des Wattenhochs abfließt vorbei an der
Insel Richtung offenes Meer?
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in der Regel Priele – quasi wie „Passstraßen“ - zu der tiefsten
Stelle des Wattenhochs hinführen?
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die mit Pricken gekennzeichneten Wattfahrwasser diesen Prielen folgen
und das Wattenhoch auf einer Verbindungslinie zwischen zwei Prielen, die sich
jeweils links und rechts eines Wattenhochs befinden, liegt?
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es je nach Breite einer Wattfläche (hier. Abstand zwischen Insel und
Festland) mehrere Priele geben kann, die zum Wattenhoch führen, entsprechend
können dann auch mehrere Wattfahrwasser eingerichtet werden, z.B. eines,
welches dichter entlang der Insel, und ein anderes, welches dichter entlang des
Festlandes führt? Z.B. gibt es im Juister Watt 3 Wattfahrwasser; Langeooger
Watt: 2, Spiekerooger Watt: 2.
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nicht jeder Priel Richtung Wattenhoch zu einem Wattfahrwasser ausgeprickt wird?
Z.B. gibt es im Wangeooger Watt ein Wattfahrwasser, aber noch zwei weitere
Möglichkeiten, über Priele sich dem Wattenhoch zu nähern, um es bei Hochwasser
zu überfahren.
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die Kenntnis der Lage eines Wattenhochs wichtig für die Umrundung einer
Insel ist, die sowohl über eine See- und eine Wattseite verfügt?
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man bei einer Umfahrung der Wattseite einer Insel stets mit dem auflaufendem
Wasser Richtung Wattenhoch paddeln sollte?
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man nach Überfahrung des Wattenhochs erst dann weiter paddeln sollte, wenn das
Wasser wieder abläuft?
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man die Umfahrung der Wattseite einer Insel folglich so plant, dass man
möglichst zur Hochwasserzeit (+/- 30 Minuten) das Wattenhoch erreicht?
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man mit seinem Kajak bei einer Umrundung in Höhe des Wattenhochs zwei „Übel“
erleben kann, wenn man zu früh bzw. zu spät das Wattenhoch erreicht? Entweder
fällt man trocken, da noch nicht genügend bzw. nicht mehr genügend Wasser da
ist, bzw. man muss gegen den Strom anpaddeln.
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es für das niederländische, deutsche und dänische Nordseewattenmeer typisch
ist, dass das Wattenmeer zum offenen Meer hin von mehreren Inseln begrenzt wird
und es zwischen jeder der friesischen, ostfriesischen und nordfriesischen
Inseln und dem Festland ein Wattenhoch gibt?
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dass Dämme vom Festland zur Insel i.d.R. entlang des Wattenhochs verlaufen
(z.B. Sylt, Römö, Mandö)?
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es auch zwischen zwei Inseln ein Wattenhoch geben kann, und zwar genau
dann, wenn zwischen diesen Inseln sich eine Wattfläche bildet (z.B. zwischen
Amrum und Föhr, zwischen Süderoogsand und Pellworm, zwischen Norderoogsand und
Hooge)?
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es sogar Wattenhochs ohne eine benachbarte Insel geben kann, z.B. wenn eine Wattfläche
wie ein „Berg“, eine Sandbank oder eine hoch gelegene Wattfläche im Watt
liegt? Voraussetzung dafür ist jedoch, dass diese höher gelegene Wattfläche vom
Wasser umspült wird und bei Ebbe wieder trocken fallen kann. Jener Bereich
abseits des offenen Meeres, der nach einer Ebbe am spätesten vom Wasser
überspült wird, stellt das Wattenhoch dar. Z.B. verfügt eine Wattfläche
südwestlich von Spiekeroog, nämlich der Janssand, über solch ein eigenes
Wattenhoch, welches zwischen Wattfläche und Festland liegt.
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letztlich auch reine Wattflächen eigenständige Wattenhochs haben können?
Diese Wattflächen müssen nur genügend groß sein. Z.B. trifft das für das
Randzel-Watt südöstlich von Borkum zu.
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man zusammenfassend sagen kann, dass sich auf Wattflächen immer dort Wattenhochs
ausbilden, wo bei Flut das auflaufende Wasser von zwei Seiten her anströmt und
bei Ebbe das ablaufende Wasser nach zwei Seiten hin wegströmt?
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es also entscheidend für ein Wattenhoch ist, dass es zwei große Erhebungen
gibt, zwischen denen sich bei Niedrigwasser eine Wattfläche bilden kann? Ob
diese beiden Erhebungen eine Insel und das Festland sind, oder zwei Inseln,
oder eine Insel und eine Sandbank, oder schließlich zwei hohe Wattflächen, ist
dabei unwichtig.
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man bei der Querung eines Wattenhochs genau jenen Bereich auswählt, zu dem
erstens beidseitig Priele hinführen und der zweitens am niedrigsten liegt? Auf
diese Weise möchte man gewährleisten, dass man über die tiefstmögliche
Wattfläche paddelt.
…Küstenkanuwanderinnen
und –wanderer den Tipp, nur bei Hochwasser ein Wattenhoch zu queren,
ignorieren können, sofern sie genügend leistungsfähig sind? Sie müssen
lediglich in der Lage sein, zum einen per „12er-Regel“ den Zeitpunkt zu
bestimmen, wann das Wattenhoch so weit überspült ist, dass man mit dem Kajak
darüber paddeln kann, und zum anderen die Kraft haben, nach Querung des
Wattenhochs gegen das noch auflaufende Wasser gegenan zu paddeln.
…
besonders leistungsfähige & zähe Kanutinnen und Kanuten sogar in der Lage
sein können, nonstop mehrere Wattenhochs zu queren? Z.B. kann einem das
bei der ca. 21 km langen Watttour Langeoog (West) – Norderney (Hafen) gelingen.
Man startet mit auflaufendem Wasser von Langeoog (Südwestende) Richtung
West über das Baltrumer Wattfahrwasser (Ostteil) Richtung Baltrumer Wattenhoch
(ca. 4 km), quert es frühestmöglich, paddelt dann gegen das auflaufende
Wasser des Baltrumer Wattfahrwassers (Westteil) Richtung Neßmer Nacken (ca. 4
km), um wieder mit dem späten auflaufendem Wasser oder gegen das
früh ablaufende Wasser des Norderneyer Wattfahrwassers (Ostteil) das
Norderneyer Wattenhoch zu queren (ca. 2 km) und anschließend mit dem
ablaufenden Wasser des Norderneyer Wattfahrwassers (Westteil) Richtung
Norderney (Hafen) weiter zu paddeln (ca. 11 km).
Text: Udo Beier
Link: „Aktueller
Wasserstand nach 12er-Regel“ è www.kanu.de/nuke/downloads/12er-Regel.pdf