23.08.2005 Seekarten (Ausbildung)
In KANU MAGZIN arbeitet Jürgen Hoh in dem Beitrag:
„Paddeln à la carte“
die Bedeutung von Seekarten
für das Küstenkanuwandern heraus.
Die Seekarte ist in der Tat
eine wahre Fundgrube für nautische Informationen. J.Hoh zeigt die wichtigsten
Infos auf. Es Fehlen höchstens ein paar Hinweise zur Befeuerung von Seezeichen.
Zu Recht verweist er auch darauf, dass sich die Höhe des Seekartennulls (SK)
seit Anfang 2005 um ca. 50 cm nach unten verschoben hat, d.h. tiefer liegt.
Leider versäumt er es jedoch, darauf hinzuweisen, dass es zumindest in
Deutschland noch 2 – 3 Jahre dauern wird, bis dass das hierfür zuständige BSH
alle Seekarten auf das neue Seekartennull umgestellt hat. Relevant ist das
jedoch nur für die Nordsee und nur für jene Küstenkanuwanderinnen und
-wanderer, die wissen möchten, wann eine Wattfläche vor ihnen trocken fällt
bzw. „unter geht“.
Ansonsten werden ein paar
wertvolle Hinweise gebracht:
Seekarten:
Nr. 90 (Schiermonnikoog – Juist (Ost))
Nr. 89 (Juist (Ost) – Wangerooge (West))
Nr. 2 (Spiekeroog (Mitte) – Neuwerk)
Nr. 44 (Neuwerk – Büsumer Bucht)
Nr.
105 (Friedrichskoog – St.Peter-Ording)
Nr. 106 (St.Peter-Ording –
Hooge)
Nr.
107 (Pellworm – Sylt (Mitte))
Nr.
109 (Sylt (Mitte) – Römö (Süd))
Sportbootkarten-Sätze:
D
3015 (Helgoland, Jade bis Borkum)
D
3014 (Deutsche Bucht, Brunsbüttel bis Wangerooge und Helgoland)
D
3013 (Nordfriesische Inseln mit Helgoland)
D
3011 (Weser, Wesermündung bis Bremen)
D
3010 (Elbe, Hamburg bis Cuxhaven)
Übrigens,
die Sportbootkartensätze sind etwas teurer, dafür decken sie ein größeres
Gebiet ab. Wer aber mit Kartenkopien arbeiten möchte, die passgenau auf den
Tourenverlauf ausgerichtet sind, der sollte jedoch auf die großen Seekarten
zurückgreifen.
(a) wasserdicht
zu verpacken ist. J.Hoh empfiehlt hierfür eine wasserdichte Kartentasche im
Format DIN A3 zu verwenden. U.a. bietet die Firma Ortlieb entsprechende
Tatschen mit Klettverschluss an, die leider nicht 100 %-ig wasserdicht sind,
außerdem neigten – früher (?) - Ortliebtaschen dazu, zu vergilben. Die Firma Zölzer
bietet hier lichtfesteres Material und wasserdichtere Verschlüsse (mit
Schraubklemme) an. Dennoch halte ich solche Kartentaschen nicht für
optimal: die verpackte Seekarte kann Falten bilden und die Hülle kann
beschlagen. Beides erschwert die Lesbarkeit. Außerdem wird die Karte durch das
dauernde Umlegen & -Falten strapaziert. Ich empfehle daher, sich
maßgeschneidert auf die gewünschten Touretappen (während einer Etappe ist es
nämlich schwerlich möglich, die Seekarte aus der Hülle zu nehmen und umzulegen
bzw. –falten) DIN A3-Farbkopien anzufertigen und diese einzulaminieren, und
zwar so, dass auf der Vorder- &
Rückseite je eine Kartenkopie liegt.
(b) nicht irgendwo auf Deck liegt, sondern vor einem auf
dem Kartendeck des Seekajaks liegt, und zwar durch 2-3 Kartenhaltegummis
so fixiert, dass Wind & Brecher die Karte nicht von Deck wehen bzw. spülen
können.
(c) gut eingesehen werden kann. D.h. auf dem Kartendeck
darf kein anderes „Gerödel“ (z.B. Gepäcknetz; Kompass) verstaut werden
und die Seekarte darf nicht vor lauter hin- & her-, kreuz- &
quer-laufenden Haltegummis unlesbar werden.
(d) auch dann noch im DIN A3-Querformat auf dem
Kartendeck verstaut werden kann.
(e) nur dann problemlos eingesehen werden kann, wenn das
Kartendeck recht eben und nicht so weit nach vorn geneigt ist.
(f) vorher zu präparieren ist; denn wer die
wichtigsten Infos einer Seekarte, nämlich die Bezeichnungen der Tonnen, nicht
per Kugelschreiber neben der Tonne groß & deutlich wiederholt, wir bei
Seegang bzw. Regen kaum in der Lage sein, unterwegs im Seekajak zu erkennen,
welche Bezeichnungen die Tonnen auf der Seekarte vor ihm haben.
Nun, das waren ein paar
Anmerkungen zu J.Hohs Beitrag im KANU MAGAZIN. Nichts Neues für einen Experten,
sicherlich auch nicht für den Autor. Aber wenn ihm KANU MAGAZIN für solch einen
Beitrag nur 2 Seiten zur Verfügung stellt, können wir nicht mehr erwarten; denn
auf diesen Seiten müssen ja noch 1-2 Fotos/Skizzen untergebracht werden und
dazu noch eine Werbeanzeige. Heraus kommt dann ein Beitrag, der nur alles
anreißen kann. Schade, dass „Europas
größte Zeitschrift für Paddler“ nicht mehr Platz für solch einen
Fachbeitrag zur Verfügung stellt!
Quelle: KANU
MAGAZIN, Nr. 5/05, S.56-57 – www.kanumagazin.de
Links:
Über die
Leuchtfeuerbeschriftung: www.kanu.de/nuke/downloads/Befeuerung.pdf
Über das aktuelle
Seekartennull: www.kanu.de/nuke/downloads/LAT.pdf
Über Navigationstüchtigkeit:
www.kanu.de/nuke/downloads/Navigationstuechtigkeit.pdf