10.09.2005 25 Std. treibend im 17° C kalten Seewasser
(Ausbildung)
In
der Zeitschrift SEGELN wird im dem Beitrag:
„Das musst du schaffen!“
darüber
berichtet, dass ein Segler (52) ca. 28 km vor der Nordwestküste von Jütland
(DK) bei einem 6 Bft. Nordwestwind von einer Welle über Bord gerissen und ins
ca. 17° C kaltes Wasser gespült wird. Erst nach 25 Std. wird er von
Strandspaziergängern 200 m vom Strand entfernt treibend im Wasser entdeckt und
dann durch lokale Rettungskräfte gerettet.
Der
Segler trug gut isolierende Seglerbekleidung und eine Rettungsweste, jedoch
verfügte er über keine Seenotsignalmittel. 11 Std. danach wurde die Küstenwache
alarmiert. Sie suchte u.a. mit Hubschrauber und Rettungsbooten nach ihm.
Konnten ihn jedoch nicht entdecken. Der im Wasser Richtung Küste schwimmende
Segler sah den Hubschrauber. Außerdem sichtete er mehrmals Schiffe. Insgesamt
müssen 26 Berufsschiffe in seiner Nähe vorbei gefahren sein. Eines hätte ihn
sogar beinah überfahren. Als er gerettet wurde hatte er noch eine „erstaunlich
hohe Körpertemperatur von 34,6 Grad“. Übrigens, die geschätzte mögliche
Überlebenszeit lag lt. SEGELN zwischen 8-14 Std. Die Suche selber wurde nach 20
Std. eingestellt. „Eine an der Person
mitgeführte Leuchte oder Rettungssignalgeber wie Nicosignal hätte mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer schnelleren Rettung auf See
geführt. Auch die überwiegend graue Kleidung erschwerte die Suche.“
Dieselben
Temperaturen vorausgesetzt kühlt kaltes Wasser den Körper 25mal schneller aus
als Luft. SEGELN gibt u.a. folgende Verhaltensempfehlungen, um dem Wärmeverlust
hinauszuzögern:
1.
Der Verunglückte sollte seine Kleidung dicht verschließen, keine Schuhe
ausziehen.
2.
Er sollte die Embryo-Haltung einnehmen, d.h. Knie anziehen und Arme an
den Körper legen.
3.
Er sollte nicht schwimmen, da dies den Wärmeverlust beschleunigt und
dazu führt, dass er sich vom Unfallort fortbewegt, sodass dadurch die Suche der
Retter erschwert wird.
4.
Ist der Verunglückte von den Rettern geortet worden, sollte er nicht den
Rettern entgegen schwimmen, sondern passiv bleiben und erst aktiv werden, wenn
es um die eigentliche Bergung geht.
5.
Falls er Seenotsignalmittel mitführt, sollte er diese nur dann
einsetzen, „wenn eine große Chance
besteht, damit gesehen zu werden.“
Übrigens,
in der Literatur finden wir zur Überlebenszeit im kalten Wasser die folgenden
Angaben (s. DKV-Homepage):
Quelle: SEGELN, Nr.9/05, S.88-91 –
www.segelnmagazin.de
Link:
U.Beier:
Großgewässer-Gefahr Nr. 1: Unterkühlung:
è www.kanu.de/nuke/downloads/Gefahr-Unterkuehlung.pdf
(S.8-12)