03.12.2008 Richtiges Sitzen (Ausbildung)
In KANU SPORT schreibt Lars Everding in dem Beitrag:
„Kanu-Sport-Praxistipp: Richtiges Sitzen –
erfolgreich Paddeln“
auf was alles zu achten ist,
damit wir im Kajak richtig sitzen:
1. Sitzhaltung:
- Becken:
„aktiv aufgerichtetes Becken“ = Beim Paddeln sollte das Becken stets nach
vorne gekippt sein (wie wenn wir auf einem Keilkissen sitzen!).
- Oberkörper: leichte Oberkörpervorlage
2. Kontaktpunkte: (beschrieben für WW-Kajaks)
- Sitzfläche: Sie sollte etwas nach vorne abfallen und so gestaltet sein, dass
wir nicht nach vorne rutschen.
- Schenkelstützen: Sie sollten den Druck großflächig verteilen.
(Anmerkung:
Beim Seekajakfahren sollte es jedoch möglich sein, dass wir auch mit
geschlossenen Beinen, d.h. angelegten Knien, vorwärts paddeln können.)
- Rückengurt: Er sollte beweglich und in Höhe u. Länge einstellbar sein, um die
Beweglichkeit der Wirbelsäule nicht zu beeinträchtigen. Er ist richtig
eingestellt, „wenn er durch eine leichte Lordosierung (Hohlkreuz) im
Lendenwirbelsäulen-Bereich das Becken aufrichtet, ohne dabei die
Beweglichkeit der Rotation im Brustwirbelsäulen-Bereich einzuschränken.“
(Anmerkung:
Beim Seekajakfahren wäre es eigentlich ideal, wenn der Rückengurt so gestaltet
wird, dass bei einem Wiedereinstieg nach einer Kenterung, der Rückengurt sich
nicht verdrehen kann, da ein nachträgliches Rückdrehen des Rückengurtes meist
nur möglich ist, wenn die Sitzposition wieder verlassen wird.)
- Hüftfitting: „Am besten lässt man zwischen dem Sitzflächenfitting und dem
Hüftfitting seitlich und in der Höhe einige Zentimeter Platz, damit das
Fleischige des Gesäßes Platz zum Walken hat, ohne die Beckenposition
auszuhebeln.“
(Anmerkung: Je fester der Hüfthalt, desto sicher sitzen wir im
Seegang und beim Rollen, aber desto schwerer fällt uns ein lockeres
Vorwärtspaddeln.)
- Fußstütze: „Die Füße sollten so aufrecht wie möglich stehen und mit der Ferse
festen Kontakt haben.“
(Anmerkung: Beim Paddeln mit Steuer ist es wichtig, dass die
Beinarbeit beim Vorwärtspaddeln nicht zu Steuerausschlägen führt, d.h. die
Steuerpedalerie sollte es ermöglichen, dass die Ferse fest abgestützt werden
kann. Gerade jene – z.B. bei britischen und finnischen Seekajaks üblichen - Steuerpedalen, die seitlich auf einer Schiene verschoben
werden können, ermöglichen nicht solch einen Halt.)
3. Sitzhöhe:
- „Die Sitzhöhe sollte so gewählt werden, dass ein
freier Hüftknick ohne Kollision des unteren Rippenbogens mit dem Süllrand
gewährleistet ist. …. (Jedoch:) Eine erhöhte Sitzposition wird mit einer
größeren Kippligkeit erkauft.“
4. Sitzstellung:
- Ein in Längsrichtung verstellbarer Sitz kann das nachträgliches Trimmen eines Kajaks ermöglichen,
was u.U. bei Gepäckfahrten mit Seekajaks von Bedeutung sein kann.
Quelle: KANU
SPORT, Nr. 12/08, S.32-33 – www.kanu.de
Link: www.kanu.de/nuke/downloads/Volumen&Sitzhalt.pdf