08.10.2009 Grundsätze für Fahrtenleiter
(Ausbildung)
Im
SEEKAJAK fasst Nils Ohlsen in dem
Beitrag:
„Einige gesammelte
Grundsätze für Fahrtenleiter“
in
insgesamt 19 Punkten seine bislang gemachten Erfahrungen als Fahrtenleiter
zusammen. Die Notwendigkeit für die Entwicklung solcher Grundsätze leitet Nils
Ohlsen daraus ab, dass er das Paddeln entlang der Küste als eine Form des
„Extremsporttourismus“ sieht, das „eigentlich nur noch vergleichbar ist mit
mehrtägigen hochalpinen Klettertouren fern der Zivilisation auf denen auch
echte Gefahren auftreten können.“
Nun,
ob das „Seakayaking“, wie manche das nennen, oder das
„Küstenkanuwandern“, wie es vom DKV propagiert wird, wirklich vom
Gefahrenpotenzial mit hochalpinen Klettertouren vergleichbar ist, kann bezweifelt
werden. Jeder möge nur die Zahl der Todesfälle auflisten und gegenüberstellen,
die Jahr für Jahr bei Klettertouren und beim Küstenkanuwandern passieren.
Abgesehen davon gibt es noch eine Menge anderer „sporttouristischer“ Disziplinen,
die mindestens genauso, wenn nicht sogar gefährlicher sind, als das Befahren
der Küstengewässer mit Kajaks. Ich denke da z.B. an Wildwassertouren,
Skilanglauftouren, alpine Bergwandertouren, aber auch Fahrradtouren.
Ich
frage mich auch, ob bei jeder Küstentour mit dem Kajak „Bedingungen geboten
werden (sollten), die sportliche und gruppendynamische Anreize geben, die die
Gruppe zwar im positiven Sinne fordert keinesfalls aber überfordert.“
Unstrittig trifft das bei Ausbildungsfahrten zu, aber doch nicht bei
Küstenkanuwandertouren hinüber zu den west-, ost- oder nordfriesischen Inseln
oder entlang der Ostseeküste, über die Bodden usw.
Dennoch
sollten Küstenkanuwandertouren, insbesondere wenn weniger leistungsfähige
Kanuten daran teilnehmen, nicht völlig „gedankenlos“ geplant und durchgeführt
werden, etwa nach dem Motto: „Augen zu und durch!“ bzw. nach der Parole: „Na,
dann mal los zur Insel dort hinten. Wer zuerst dort ist, besorgt das Bier!“ Das
gilt auch dann, wenn man schon jahrelang aufs Meer hinaus bzw. entlang der
Küste paddelt, ohne dass jemals etwas passiert ist.
Insofern
ist es interessant zu wissen, welche Grundsätze nach Meinung von Nils Ohlsen
Leiter von Küstentouren beachtet werden sollten. Vielleicht findet der eine
oder andere doch noch einen Grundsatz, der ihm noch nicht so ganz bewusst ist!?
Die
Auflistung solcher Grundsätze ist lobenswert; denn sie trägt zur Sicherheit des
Küstenkanuwanderns bei. Insofern ist zu hoffen, dass Nils Ohlsen Wunsch, diese
„lockere Sammlung (möge) permanent erweitert und zugespitzt werden“ in
Erfüllung geht. Schade nur, dass er dabei ignoriert, dass auch vor ihm schon
andere sich zu diesem Thema Gedanken gemacht haben. Erschien doch schon einmal
1996 in derselben Zeitschrift ein Beitrag über „20 Tips
für die sichere Durchführung von geführten Gruppenfahrten“ (Seekajak, Nr.
54/96, S.50-57). Eine Zusammenfassung darüber findet man auch auf der
DKV-Homepage: www.kanu.de/nuke/downloads//Gruppenfahrten.pdf
Quelle: SEEKAJAK; Nr. 118/09,
S.6-7 – www.salzwasserunion.de