Es
gibt keine elegantere, schnellere & sichere Methode als die Rolle, um nach
einer Kenterung wieder weiterpaddeln zu können …. nur man muss sie halt auch
beherrschen. Für Küstenkanuwanderer, die über keine „Bomb-proof-Roll“ verfügen,
gibt es jedoch eine Vielzahl von Wiedereinstiegsmethoden, die solo oder mit
Partner funktionieren, wenn auch:
Beim
Solo-Wiedereinstieg bietet sich
augenscheinlich der „Cowboy“-Wiedereinstieg
an, bei dem von hinten übers Heck oder von der Seite bis nach vorne in die
Sitzluke „gerobbt“ wird. Wer über entsprechendes Balancegefühl &
Geschicklichkeit sowie über eine entsprechend große Sitzluke verfügt, der
mag damit bei „Ententeichbedingungen“ zurechtkommen, sofern seine Sitzluke kaum
mit Wasser geflutet ist. Dennoch gibt es ein paar „Akrobaten“, die selbst bei
Seegang den Wiedereinstieg à la Cowboy beherrschen, wie es z.B. aus dem
folgenden Video-Clip zu ersehen ist:
www.youtube.com/watch?v=wElZ4z14VWw&feature=related
(“30 Second Cowboy Scramble” von
ksgrandfield)
Aber
es gibt auch andere, die selbst bei spiegelglatter See nicht diese Variante des
Solo-Wiedereinstiegs beherrschen:
www.youtube.com/watch?v=AEvsfnrh-A8&feature=related
(“How not to do a sea kayak cowboy
entry” von pwcrawford69)
Eine
zweite Variante des Solo-Wiedereinstiegs ist der “Paddel-Float-Wiedereinstieg”. Unter dem Link:
www.kayakpaddling.net
>Sicherheitsgrundlagen >Einstieg mit Paddlefloat
erläutert
Niko Hakkaraine in einem
Zeichentrickfilm anschaulich u.a. eine Möglichkeiten, mit Hilfe des Paddel-Floats
nach einer Kenterung mit Ausstieg wieder zurück in seine Sitzluke zu kommen.
In
einem Video-Clip von K.&Chr.Morisson
wird eine andere Möglichkeit vorgeführt.
www.youtube.com/watch?v=5QGG03uMWCs
(“Heel-Hook-Self-Rescue” von Kathi
& Chris Morisson)
Beim
Ansehen dieses Video-Clips wird einem jedoch deutlich, über welche Beweglichkeit
man selber & über welchen Auftrieb das Paddel-Float verfügen muss,
damit diese Methode auch bei Seegang wirklich sicher funktioniert.
Die
m.E. am zuverlässigsten funktionierende Solo-Wiedereinstiegs-Variante ist m.E. „Re-Entry & Paddle-Float-Roll“,
d.h. der Unterwassereinstieg mit anschließender Rolle, wobei am
Paddelblatt ein Paddel-Float befestigt ist. Gerade jene Kanuten, die nur im
Hallenbad rollen können, haben mit Hilfe des Paddel-Floats eher die Chance,
dass ihnen die Rolle auch draußen an der Küste gelingt.
Die
folgenden beiden Video-Clips zeigen mehr oder weniger überzeugend, wie „Re-Entry & Paddlefloat-Roll“
funktionieren kann:
www.youtube.com/watch?v=jfxVDXO1Q9E&feature=related
(“Re-Entry & Roll: Sea Kayaking
Self Rescue” von touringkayaks)
www.youtube.com/watch?v=N9qtEJOCqOw&feature=related
(“Kayak Paddlefloat Self Rescue and Re-Enter and Roll” von CKAPCODOTCOM)
Alle
diese Video-Beiträge enden mit dem Platznehmen des „Kenterbruders“ in seiner
Sitzluke. Sie ignorieren damit jedoch ein großes Problem, dass mit jedem
Solo-Wiedereinstieg verbunden ist: Gekentert wird doch i.d.R., wenn der Seegang
kritisch ist, und das passiert uns, obwohl die Sitzluke nicht geflutet ist und
wir das Paddel zum Stützen bereit fest in beiden Händen halten. Wie soll es uns
dann möglich sein, nachdem wir mit Hilfe einer Variante des
Solo-Wiedereinstiegs wieder in unserer gefluteten Sitzluke Platz genommen
haben, die letzten 5 Schritte bis zum Lospaddeln auszuführen, ohne dass wir
dabei erneut kentern:
Ja, vielleicht sollten wir
doch lieber unsere Rolle etwas mehr üben, und zwar nicht nur einmal im Winter
im Hallenbad, sondern auch im Sommer draußen während jeder Tour hinaus aufs
Meer … sofern wir nicht bereit sind, auf Solo-Touren zu verzichten.
Text: Udo
Beier