26.10.2002 GPS-Fehler (Ausrüstung)
In der Zeitschrift SEGELN berichtet U.Peters
in dem Beitrag "Knapp vorbei ... ist auch daneben!" über einige
Fehler, die dem GPS-Navigationssystem zu Grunde liegen; denn auch dieses
"vermeintlich unfehlbare System hat seine Tücken".
Folgende Fehlermöglichkeiten werden u.a.
aufgeführt:
- Signalfehler: Die US-Regierung übernimmt für ihr System keine
Gewährleistung für die "Einflüsse auf das Signal während seines Weges
zum Nutzer als auch die Fehlereinflüsse bei der Verwertung der Signale
(Antenne, Art und Einbauort; Signal-Abschattung und Reflektionen,
Empfänger, Art, Software werden ausgeklammert."
- Positionsfehler I: "Ein horizontaler Positionsfehler von
höchstens +/- 13 , (vertikaler Fehler +/- 36 m) in mindestens 95 % aller
Fälle, gemittelt über einen 24-Std.-Abschnitt und bei Nutzung aller mehr
als 5° über dem Horizont befindlichen Satelliten (all-in-view)."
- Positionsfehler II: Für weitere 4,79% aller Fälle liegt der
horizontale Fehler bei maximal +/- 78 m.
- Systemfehler: Weitere Leistungseinschränkung des Systems können im
Internet abgerufen werden: www.uscg.mil
- Gerätefehler: Die Software der meisten bislang verkauften Geräte
wurde unter dem Blickwinkel entwickelt, dass man mindestens mit gezielten
Störfehler von +/- 100m rechnen muss. Die Folge: Man legte keinen Wert,
die Daten aller sichtbaren Satelliten richtig auszuwerten. Bei den neueren
Geräte wird ein Verfahren eingesetzt, dass alle Satelliten berücksichtigt und
entsprechende Fehlermeldungen korrigiert (sog. "Receiver Autonomous
Integrity Monitoring" (RAIM)). Leider geben die Hersteller nur selten
Auskunft, ob ihre Geräte dieses Verfahren einsetzt.
- Astronomische Fehler: z.B. Einfluss verstärkter Sonnenaktivität,
die u.a. auch zu einem zeitweiligen Totalausfall führen kann.
- Funkstörfehler: z.B. andere Funkdienste.
- Betreiberfehler: z.B. Verminderung des Nutzwertes von GPS für
nichtmilitärische Anwender im Falle der Beeinträchtigung der Sicherheit
der USA. "Die Beschränkungen werden sich jedoch auf die
Konfliktregion beschränken."
- Fremdeinfluss: z.B. durch Hacker. "Die Störtechniken sind gut
bekannt, entsprechende Störeinrichtung sind auf dem Markt und können auch
leicht gebaut werden.
- Kartenfehler: i.d.R. sind die Seearten nicht so genau, um die
GPS-Angabe genau auf den Kartenstandpunkt übertragen zu können. Das gilt
auch für die meisten digitalen Seekarten; denn die Basis dieser Karten
sind die üblichen "Papier"-Karten, deren Vermessung teilweise
schon über 100 Jahre alt ist.
- Einstellungsfehler: u.U. hat man versäumt das richtige Kartendatum
der Seekarte ins GPS-Gerät einzugeben. Im Allgemeinen, aber nicht immer,
werden bei europäischen Seekarten das Kartensystem WGS 84 verwendet.
Quelle: SEGELN, Nr. 11/02, S.36-41 - www.segeln-magazin.de