14.10.2003 Thermal-Protective-Aid (TPA)
(Rettungssack) (Ausrüstung)
In regelmäßigen Abständen taucht diese Art
"Rettungssack" zumindest in Diskussionsforen (z.B. www.seekajakforum.de 10/03) auf, obwohl alles dafür spricht, dass TPAs
Seekajakfahrern, die nach einer Kenterung nicht mehr wieder zurück in ihr Kajak
kommen, nur wenig von Nutzem sind. Siehe hierzu auch meinen Diskussionsbeitrag
"Rettungssäcke - obsolet?"
den ich am 11.10.2002, d.h. nahezu genau
vor einem Jahr, ins Netz stellte:
www.kuestenkanuwandern.de/ausrue_o.html > Info v. 11.10.2002
Natürlich, TPAs sind besser als gar
nichts, aber - so zeigen zumindest Untersuchungen mit vergleichbar wenig
leistungsfähiger Schutzausrüstung (hier: Trockenanzug mit ca. 5 cm langen Riss
an der linken Schulter) - sie taugen weniger als ein Neo bzw. ein Trockenanzug:
Z.B. tritt beim Schwimmen in rauer See bei
6,1° C Wassertemperatur Bewusstlosigkeit nach folgender Zeit ein (Annahme: 11,1
% Körperfettanteil):
a) bei leichter Bekleidung: zwischen 0,8 -
2,6 Std.
b) beim Trockenanzug mit 5 cm Riss: 1,6 -
5,2 Std.
c) bei einem locker sitzendem, 3,2 mm
dickem Neo: 1,9 - 6,0 Std.
d) bei einem eng sitzendem, 4,8 mm dickem
Neo: 3,1 - 9,9 Std.
e) beim Trockenanzug mit dicker
Faserpelzunterbekleidung: 5,7 - 18,2 Std.
(Quelle: Steinmann, Wilderness Medicine
Newsletter, 1990 (7), No. 2)
Der beschränkte Nutzen von TPAs ist wohl
auch den Herstellern bewusst. In dem Link eines Herstellers (Tyco
Manufacturing)
www.capjack.com/catalog/TPA.asp?gr=217
konnte ich z.B. Folgendes lesen:
"Note: TPAs are not
designed to be worn in the water, but rather are
intended for use in liferafts
etc."
Und in einigen anderen Links fand ich
immer wieder den Hinweis:
"Protects against rain, wind and
cold."
D.h. nach dem Hinweis auf den Nutzen von
TPAs für schwimmende Schiffsbrüchige, Kenterbrüder u.ä. suchte ich vergeblich!
Übrigens, in Sachen Ausrüstung taucht
einiges stets mehrmals auf. Es gibt wohl immer wieder genügend begeisterte
Neueinsteiger, die auf so etwas hereinfallen, so lange es mehr oder weniger
enthusiastisch angeboten wird. Mir ging es früher nicht viel anders. Natürlich
hatte ich mal "Lenzventile" (statt: Lenzpumpe) in meinem
"Shoreline". Und bevor ich mir einen Trockenanzug zulegte, besaß ich
- so Ende der 80er Jahre - auch einen TPA (auch wenn er damals noch anders
bezeichnet wurde, und zwar zunächst einen ohne und später mit Ärmel und
Kapuze). Irgendein Experte hatte mir beides aufgeschwatzt. Ersteres hatte nur
bei leerem Seekajak & Ententeichbedingungen funktioniert und letzteres bloß
im Wohnzimmer, aber nicht im Wasser (zumindest nicht, wenn man beschuht ist und
eine Spritzdecke & Rettungsweste an hat).
Text: Udo Beier