07.01.2004
Temperaturkompensierte Barometeruhren (Ausrüstung)
Barometeruhren haben einen großen Vorteil. Sie zeigen
uns direkt am Handgelenk Luftdruckveränderungen und somit mögliche
Wetteränderungen an. Das ist für das Küstenkanuwandern, welches stets auf
Meereshöhe betrieben wird, recht praktisch, zumal die Uhren i.d.R. wasserdicht
sind.
Im Jahr 2000 berichtete ich über eine Uhr von CASIO
mit Barometerfunktion. Zu Hause auf dem Schreibtisch funktioniert die
Barometerangabe wunderbar. Draußen in der Praxis erlebte ich aber deutlich, was
unter dem Hinweis der Bedienungsanleitung „die
Barometerangabe ist temperaturabhängig/-empfindlich“ zu verstehen ist:
1.
Nachts nahm ich die Uhr vom Handgelenk und legte sie auf den Zeltboden:
Die Folge è der Druck stieg um 4-5
hPa.
2.
Morgens legte ich die Uhr ums Handgelenk:
è der Druck fiel um 4-6 hPa.
3.
Dann befestigte ich die Uhr über der Latexmanschette meines
Trockenanzugs:
è der Druck stieg um 4-5
hPa.
4.
Also behielt ich die Uhr nachts um. Wenn die Hand im Schlafsack
verschwand, wärmte sich die Uhr auf:
è der Druck fiel deutlich
und umgekehrt, wenn die Hand wieder herauskam.
5.
Weiterhin befestigte ich die Uhr an Deck, statt am Handgelenk. Da schien
die Sonne drauf, die Uhr erhitzte sich auf 33° C:
è der Druck fiel um 4-5 hPa.
6.
Nun wollte ich es genau wissen und legte die Uhr in 12° C kaltes Wasser
(die Uhr hat nämlich auch ein Thermometer)
è der Druck stieg auf 1012
hPa.
Dann steckte ich die Uhr in
43° C warmes Wasser:
è der Druck fiel auf 1002
hPa.
Ja, was soll man von einer solchen Barometer-Uhr
halten, die uns ständige vorgaukelt, dass der Luftdruck sich in den letzten
Stunden so stark geändert hat, dass eine wesentliche Wetterveränderung
bevorsteht?
Zumindest die von mir gekaufte Uhr taugte nicht als
Barometerersatz und somit nicht zur Wetterprognose. Ob dies auch für die
übrigen neueren Uhren von "Casio" gilt, kann ich nicht beurteilen.
Stutzig macht mich jedoch ein Bericht der Zeitschrift OUTDOOR; Nr.: 1/04. Dort
wird über das Uhrenmodell „Casio Skyang“
(ca. 330,- Euro) mit dem Testurteil „gut“ ausgezeichnet, obwohl im Bericht
Folgendes zu lesen ist:
Deshalb kann ich nur empfehlen, sich beim Kauf einer
Barometeruhr zusichern zu lassen, dass der Baromter der Uhr „temperaturkompensiert“ ist, d.h. dass
diese Uhr geeignet ist, Luftdruckveränderungen korrekt zu messen, und zwar
unabhängig von der Temperatur.
Text: Udo Beier