08.03.2005
Zwei neue Valley-Seekajaks
(Ausrüstung)
Der
Händler NANUK (Rosenhagen) hat zwei neue Seekajaks im Angebot:
Werbeaussage: „Mit etwas weniger Volumen ist dieses Boot bestens
geeignet auch für kleinere, leichtere PaddlerInnen.“
In einem britischen Prospekt
findet man hierzu noch die folgenden Angaben:
Cockpit: 85x48 cm (Schlüsselloch),
Deckshöhe: 33 cm
Volumenverteilung: 70/180/25+65 Liter;
PE-Variante: 520x54 cm;
Deckshöhe: 33 cm; Volumen: 70/170/25+65 Liter; Cockpit: 85x48 cm
(Schlüsselloch);
und den Hinweis, dass der „Aquanaut“
vom „Argonaut“ (535x56 cm; 35 cm Deckshöhe; ca. 345 Liter Vol.; Cockpit: 85x48
cm (Schlüsselloch)) abgeleitet sei.
Werbeaussage: „Mehr Volumen bedeutet …: Auch größere
Fahrer können sich für dieses traditionelle Seekajak … begeistern.“
In einem britischen Prospekt
findet man hierzu noch die folgenden Angaben:
Cockpit: 85x48 cm (Schlüsselloch),
Deckshöhe: 33 cm
Volumenverteilung: 65/165/25+75 Liter;
und den Hinweis, dass der „Qajariaq“
die größere Version des „Anas Acuta“ sei (ca. 275 Liter Vol.)
Auf
den abgebildeten Fotos verfügen beide Seekajaks über drei Gepäckluken (2 ovale
u. 1 runder Deckel).
Übrigens,
was die Aussagen zur Eignung der beiden Seekajaks betrifft, kann man sich
fragen, was der Grund dafür ist, dass der voluminösere „Aquanaut“ wegen „etwas
weniger Volumen bestens geeignet auch für kleinere, leichtere PaddlerInnen“
ist, während der geringfügig weniger voluminöse „Qajariaq“ (in einem britischen
Prospekt wird er als „Quarajak“ bezeichnet) wegen des „mehr (an) Volumen auch
größere Fahrer begeistern kann“. Wahrscheinlich hat sich der Hersteller bzw.
Händler zu solch Aussagen hinreißen lassen, um möglichst einen großen Kreis von
Kanutinnen und Kanuten anzusprechend.
Aber
wem kann man diese beiden Seekajaks empfehlen? Nun, zunächst einmal muss der Sitz-,
Fuß- & Schenkelhalt stimmen. Hier kann es in der Tat sein, dass der
„Aquanaut“ etwas weniger groß ist als der „Qajariaq“, wenn man auch beim bloßen
Vergleich des Cockpitvolumens (180 Liter zu 165 Liter bei identischer Deckshöhe
von 33 cm) zu dem Ergebnis kommen müsste, dass hier die Unterschiede nur
minimal sein dürften.
Wenn
Halt im Cockpit in Ordnung ist und man sowohl mit einem kürzeren als auch einem
längeren Seekajak zurecht kommt, ist es bei der Auswahl eines Seekajaks
entscheidend, was man mit ihm unternehmen will. Wer mit dem Seekajak immer auf Gepäcktour
für mehrere Tage unterwegs ist, dürfte mit dem Volumen keine großen Probleme
bekommen. Bieten doch beide Seekajaks genügend Gepäckvolumen, und zwar
mindestens 160 Liter (Aquanaut) bzw. 170 Liter (Qajariaq) (die Größe des
Gepäckvolumen hängt letztlich von der Lage des Frontschotts ab!).
Leichtere
Kanuten könnten jedoch bei Tagestouren (max. 10 kg Gepäck) Probleme
bekommen. Gemäß einer Dauermenregel sollte das Transportgewicht bei mindestens
30% des Volumens (gemessen in kg) liegen, wenn man ein Seekajak auch noch ab 5
Bft. Wind beherrschen möchte.
Bei
einem 340 Liter-Seekajak liegt das Mindesttransportgewicht nach dieser Formel
bei ca. 102 kg. Wiegt das Seekajak voll ausgerüstet (inkl. Pumpe. Schotts,
Lukendeckel, Rettungshalteleinen, Kompass, Skeg o. Steuer) ca. 30 kg und liegt
das Tagesgepäck bei ca. 10 kg (inkl. Bekleidung, Spritzdecke und Paddel), so
müsste der Kanute mindestens 62 kg wiegen, wen er mit dem 340-Liter-Seekajak auch
bei Wind & Welle einigermaßen zurecht kommen möchte.
Ideal
wäre eine solches Seekajak für Tagestouren, wenn der Kanute soviel Gewicht auf
die Waage brächte, dass das Transportgewicht bei ca. 40 (-50%) des Volumens
läge; d.h. wenn der Kanute noch mindestens weitere 34 kg Gepäck transportieren
würde.
Welches
Ideal-Volumen müsste eigentlich ein Seekajak (ca. 30 kg Gewicht) haben, wenn
ein 62 kg schwerer Kanute mit ihm auch Tagestouren (ca. 10 kg Gepäck)
unternehmen möchte? Nun, es würde gemäß der Daumenregel (40%
Mindesttransportgewicht) maximal ein 255-Liter-Seekajak genügen. Leider gibt es
kaum Seekajaks in dieser Volumenklasse.
Link Händler: www.nanuk.de
Link
„Marktübersicht Seekajaks“: www.kanu.de/nuke/downloads/Marktuebersicht-SK1.pdf