21.12.2005 Hydrodynamische Aspekte (Ausrüstung)
In
der YACHT berichtet A.Fritsch in dem
Beitrag:
„Die Gesetze der Tiefe“
über
ein paar hydrodynamische Aspekte des Bootsbaus, z.B. über:
- Vorbalancierte Ruder: „Von
einem vorbalancierten Ruder spricht man, wenn bis zu 20 % der Gesamtfläche
(meist weniger) des Ruderblatts vor der Ruderachse liegen. Ist das der Fall,
reduzieren sich die Drehkräfte, die auf den Ruderschaft (bzw. die
Steuerpedalen) wirken, stark, der Steuermann braucht also weniger Kraft
aufzuwenden. Wichtig ist, dass der Druckpunkt des Ruderprofils, also das
rechnerische Zentrum, an dem es die meiste Kraft entwickelt, etwas achtern
der Ruderachse liegt, ansonsten schlägt der angestrebte Vorteil in einen
handfesten Nachteil um. Das Ruder wird extrem nervös….“
- Schmalere und tiefere Ruder: „Der Trend ist eindeutig: Vergleicht man Ruderblätter von durchschnittlichen
(Booten) aus den 80er Jahren mit
solchen aus den 90ern, weisen Letztere gut 10 % kleinere Flächen auf, sind
schlanker und tiefer. … Generell haben die Erkenntnisse aus der Luftfahrt
(Naca-Profile), die meist für Ruderdesigns als Grundlage dienen, klar
ergeben, dass schlankere und längere Profile kurzen mit größerer Fläche
grundsätzlich überlegen sind – zumindest was die Lifterzeugung angeht.
Natürlich können Profile nicht beliebig schmal werden …. Denn tendenziell
sind die schmalen, tiefen Ruder auch die nervöseren: Werden sie zu
filigran, sind sie wenig kursstabil und erzeugen ihre Wirkung erst bei
mehr Fahrt als Ruder mit mehr Profiltiefe. …“
- Gerader statt schräger Steven: „Das einfachste Argument für schräge Steven … war
ästhetischer Natur: Lange Zeit entsprach ein Bug mit 20, 30 oder gar 40
Grad Neigung einfach dem Ideal eines schnittigen (Bootes). Dabei hat der fast senkrechte Steven
mit deutlicher weiter nach vorn reichender Wasserlinie viele Vorteile. Die
längere Wasserlinie bewirkt bei gleicher Schiffslänge eine höhere
Rumpfgeschwindigkeit. Das Unterwasserschiff kann vorn steilere,
U-förmigere Spanten haben, was zu einer schlankeren Wasserlinie führt.
Dadurch setzt das (Boot) weicher
in die Welle ein. Ein Vorschiff mit langem Überhang muss breiter
konstruiert sein, damit es nicht zu tief in die Wellen eintaucht. Darüber
hinaus haben schärfer geschnittene Steven hydrodynamische Vorteile und
machen das Boot überdies schneller. … Die Boote (laufen) … trockener und schneller als früher
und haben weniger die Tendenz, sich in der Welle festzustampfen.“
Quelle: YACHT, Nr. 1/06, S.26-34 – www.yacht.de
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