01.04.2006 Chip-gesteuertes
DKV-Küstenkanuwandertagebuch (Ausrüstung)
Endlich,
nach jahrelangen Diskussionen hat sich die Wasserschifffahrtsdirektion
Deutsche Bucht (WSD-DB) trotz heftigsten Widerspruchs seitens der WSD-Nord
dazu durchgerungen, ihre Seezeichen entlang der ausgetonnten
Schifffahrtsstraßen der Deutschen Bucht bis 3 sm außerhalb der sog. Basislinie
(die in Höhe z.B. der ost- und nordfriesischen Inseln verläuft) mit
entsprechenden RFID-Chips zu versehen. Der Vorteil liegt auf der Hand und zeigt
sich in dem neuen DKV-Fahrtenbuch (dem sog. „elektronischen
Küstenkanuwandertagebuch“ (eTB-KKW),
ohne dass wir dieses dazu in die Hand nehmen müssen. Bei Annäherung bis auf 50
m löst der Chip eine automatische Eintragung in unserem eTB-KKW aus. Auf diese Weise ist es möglich, die von uns insgesamt
gepaddelte Seestrecke in der Auflösung einer Kabellänge Etmal für Etmal
nachzuvollziehen, und zwar für jedefrau & jedermann sichtbar und jederzeit
überprüfbar. Die Zeiten, in denen gerade – im Gegensatz zu den
Küstenkanuwanderinnen - die Küstenkanuwanderer des DKV immer wieder allzu
großzügige Eintragungen vornahmen, d.h. mehr Kilometer eintrugen, als sie in
Wirklichkeit „horizontal“ paddelten, sind nun endlich vorbei.
Das
eTB-KKW kann direkt bei der:
bestellt
werden. Es wird dann innerhalb 1 Woche per Nachnahme in Höhe von 119,99 Euro (inkl.
Versand) zugeschickt. Die ersten 10 Besteller erhalten ein Freiexemplar, sofern
sie nachweislich DKV-Vereinsmitglied sind und über die entsprechende
KKW-Zertifizierung DKV verfügen. Verbandsmitglieder der SaU und andere „wilde“ Küstenkanuwanderinnen
und -wanderer zahlen 149,99 Euro. Einfache Seekajakfahrer, die nur Binnen
paddeln, wird die Anschaffung eines solchen eTB mangels fehlender RFID-Infrastruktur nicht empfohlen.
Übrigens,
es liegt ein Antrag vor, der beim nächsten DKV-Kanutag auf Helgoland zur
Abstimmung steht und zum Ziel hat, dass all jenen Küstenkanuwanderinnen und
–wanderern, die ohne eTB-KKW hinaus
aufs Meer paddeln, automatisch nur ca. 54% der eingetragenen Kilometer
anerkannt bekommen, d.h. 1 sm wird gleich 1 km gesetzt. Auf diese Weise soll
die immer mehr Verbreitung findende sog. „Seemeilenbeamerei“ Einhalt
geboten und endlich wieder eine Gleichstellung von Salz- und Süßwasserpaddlern
erreicht werden.
Die
WSD-DB hat versprochen, dass sie die regionalen Schifffahrtsämter anweisen wird,
bis Ende Mai zunächst alle Steuerbordtonnen zwischen der niederländische
Seegrenze und dem Fahrwasser der Unterelbe (inklusiv) mit RFID-Chips
auszustatten. Sollte widriges Wetter die termingerechte Auszeichnung unmöglich
machen, hat sich freundlicherweise die Salzwasserunion e.V. bereit erklärt,
ihren härtesten Seakayakern den Auftrag zu erteilen, den regionalen
Schifffahrtsämtern mit Tat zur Seite zu stehen.
Die
Ausrüstung der Steuerbordtonnen bis zur dänischen Grenze erfolgt dann bis Ende
der DKV-Paddel-Saison 2006 (30.9.06). Zum 1.4.08 soll schließlich die Umrüstung
aller Backbordtonnen und der kardinalen Seezeichen abgeschlossen sein.
Die
zunächst geplante Einführung einer KKW-Maut zur Finanzierung dieses Jahrhundertprojekts
hat sich übrigens erübrigt, nachdem die Firma GARMIN dankenswerterweise bereit
erklärt hat, die Finanzierung der Umrüstung aller seegängigen Seezeichen mit
RFID-Chips zu übernehmen.
GARMIN
hat außerdem signalisiert, demnächst in ihre GPS-Geräte der Serie „Map 60“ ein
Zusatzprogramm zu implementieren, welches die Funktionen des eTB-KKW übernimmt. Positiv dabei wäre
quasi als spin-off zu sehen, dass es dann z.B. mit dem GPS-Gerät GARMIN
GPSmap 60 CSX-RFID möglich wäre, bei einer Annäherung an einem mit einem
RFID-Chip ausgestatteten Seezeichen dieses automatisch auf dem GPS-Display
erscheinen zu lassen.
GARMIN
arbeitet derzeit noch daran, den RFID-Detec-Sensor soweit zu verbessern, dass
entsprechend ausgerüstete Seezeichnen schon bei einer Entfernung von 0,5 sm auf
dem Display erscheinen. Sollte dies gelingen, erwägt das WSD-DB das
Nachtfahrverbot für Seekajaks, die mit einem RFID-fähigen GPS-Gerät
ausgestattet sind, aufzuheben. Wann dies soweit ist, kann den „Nachrichten für
Seefahrer“ (NFS) oder dem Seekajakforum.de (SKF) entnommen werden.
Text: U.Beier –
www.kanu.de/kueste/
Link:
„Elektronisches
Küstenkanuwandertagebuch: 3x3 unabdingbare Vorteile“
è www.kanu.de/nuke/downloads/eTB-KKW.pdf
Anmerkung v.2.4.06: Da sich der RFID-Chip
nicht als salzwasserbeständig erwiesen hat, ist die Markteinführung des eTB-KKW auf Anfang April 2007
verschoben worden.