Das Angebot an sog.
„Sportbrillen“ wird immer größer und technisch immer ausgefeilter:
Die Preise sind nach oben
offen.
Diese Sportbrillen haben
jedoch einen Nachteil. Sie sind eigentlich nur bei stärkerem Wind für den
Kanuwandersport geeignet. Ansonsten können die Gläser mangels ausreichender
Belüftung, die auf die enge Positionierung um die Augenpartien herum – aber
auch durch die vielfach getragenen Schirmmützen - zurückzuführen ist, sehr
leicht beschlagen. Und wenn erst einmal ein Brecher uns den Kopf wäscht, sehen
wir mit solchen Gläsern doppelt so schlecht; denn dann ist nicht nur das
Klarglas auf beiden Seiten mit Wassertropfen benetzt, sondern – sofern wir uns
für solch eine Produktvariante entschieden haben - zusätzlich auch noch das
aufgesteckte Filterglas beidseitig mit Wassertropfen belegt. Und sollten wir
mal mit solch einer Brille auf der Nase eskimotieren, dann läuft das Wasser,
welches zwischen die klaren Innengläser und die darüber gesteckten farbigen
Außengläser dringt, etwas länger ab, sodass die Sicht nach dem Hochrollen für
ein paar – u.U. entscheidende Sekunden – zunächst etwas benebelt, anschließend
etwas verschwommen, dann regelrecht „bekleckert“ und schließlich – während des
„Abdampfens der Gesichtsfeuchtigkeit – einfach trübe ist. Ob die u.U.
angebotene hydro- und oleophobe Beschichtung wirklich ausreicht, beides –
nämlich Beschlagen und Bekleckern – zu kompensieren, sollten wir uns beim Preis
solcher Brillen vor dem Kauf schriftlich zusichern lassen. Übrigens, meist
reicht die Äußerung einer solchen Absicherung aus, dass der Verkäufer sich
spätestens dann von solchen Werbeaussagen distanziert.
Wer also eine Brille zum
Küstenkanuwandern sucht, sollte solche Sportbrillen links liegen lassen und
stattdessen sich für eine ganz normale Brille entscheiden, die möglichst über kleinere Gläser verfügt und die
dazu nicht so eng um die Augen anliegen sollte, um auf diese Weise zu
verhindern, dass die Gläser allzu leicht beschlagen können. Gegen das
Bekleckern mit Salzwasserspritzern ist in der Regel nichts zu unternehmen.
I.d.R. verdunsten wohl diese Spritzer im Laufe einer Paddeltour. Leider
hinterlassen sie dabei verkurstete Überreste, die erst bei einem Spülgang
wieder entfernt werden können.
Das ist auch ein Grund
dafür, warum wir beim Küstenkanuwandern nur dann eine Brille tragen, wenn wir
es müssen, und zwar aus optischen Gründen bzw. aus Gründen des Schutzes vor den
UV-Strahlen der Sonne.
Übrigens, wenn die
Brillenträger unter uns ohne Brille nicht mehr die Seekarte vor sich ablesen
können, sollten sie sich beim Kauf einer Sonnenbrille dafür entscheiden, eine
mit optischen Gläsern, nötigenfalls mit
Gleitsichtgläsern zu kaufen. Ansonsten müssen sie die Navigation anderen
überlassen.
Am wichtigsten bei all
diesen Brillen ist eigentlich, dass sie auch nach einer Kenterung oder beim
Überspülen durch einen Brecher nicht verloren gehen. Uns muss es dabei bewusst sein, dass gebogene
Brillenbügel oder ein Brillenband keinen 100%ig Schutz vor dem Verlust liefern
können. Spätestens wer schon zum zweiten Mal seine Brille auf dem Meeresboden
versenkt hat, wird auf eine simple, aber fast sehr sichere Methode
zurückgreifen: Er befestigt an seinem Brillenbügel ein dünnes Band, welches
z.B. an der Schwimmweste angebunden ist. Fällt die Brille während einer
Kenterung von der Nase, bleibt sie am Band hängen. Wenn wir das sofort merken,
setzen wir sie wieder auf. Ansonsten könnte es jedoch passieren, dass wir sie
beim Wiedereinstieg beschädigen.
Text:
U.Beier