01.09.2007 „Cetus“ (543x55cm; 379 Liter Vol.) von P&H (Ausrüstung)
Im OCEAN PADDLER ist ein Testbericht
über den „Cetus“, ein neues Seekajak
des britischen Seekajakherstellers P&H, veröffentlicht worden. Der Bericht
ähnelt den Berichten des us-amerikanischen SEA KAYAKER, d.h. das getestete
Seekajak wird kurz vom Hersteller vorgestellt, dann folgt ein Bericht, in dem
die Erfahrungen von ein paar Testern besprochen werden, anschließend wird ein
Kommentar des Herstellers abgedruckt. Leider fehlen all jene technischen Daten,
die SEA KAYAKER per Computersimulation errechnet und nicht nur im Testbericht
abdruckt, sondern ebenfalls im Internet zur Verfügung stellt. Siehe hierzu:
www.seakayakermag.com/reviews.htm
Diese technischen Daten
(z.B. über Wasserwiderstand in Abhängigkeit von verschiedenen Geschwindigkeiten
und Kippligkeit in Abhängigkeit von verschiedenen Beladungen) stellen doch die
einzigen objektiven Größen dar, die zumindest bei Flachwasserbedingungen
gewisse Relevanz besitzen.
Trotzdem sind diese
Erfahrungsberichte nicht immer ohne Wert, insbesondere dann nicht, wenn über negative
Erfahrungen berichtet wird. Bei positiven Erfahrungen jedoch habe ich so
meine Probleme:
- könnte es sich bei ihnen um reine
Gefälligkeitsurteile handeln, um einen Unternehmen, welches Werbung in der
Zeitschrift schaltet, nicht zu verlieren.
- könnten diese positiven Berichte auf die
mangelhafte Urteilsfähigkeit der Tester zurückzuführen sein.
- könnte bei Bedingungen getestet worden sein, bei
denen die möglichen Schwächen des Testobjekts nicht auffällig wurden.
Insofern möchte ich im
Folgenden kurz nur jene Erfahrungen aufführen, die etwas Negatives über den
„Cetus“ aussagen:
- Es fällt schwer, den „Cetus“ ohne zu kanten zu
kurven (Anmerkungen: D.h. dass all jene, die bei Seegang sich im „Cetus“
nicht wohl fühlen, Probleme bekommen werden, mit dem „Cetus“ den Kurs zu
ändern, da sie sich nicht trauen, ihn zu kanten.)
- Sollte der „Cetus“ bei Tempo zu stark gekantet
werden, kann es passieren, dass das sehr flache Achterdeck unterschneidet.
Eine Kenterung ist dann nicht ausgeschlossen. (Anmerkung: Wegen des
flachen Achterdeck müsste sich jedoch der „Cetus“ wieder leichter
eskimotieren lassen.)
- Das vordere Unterwasserschiff ist so scharf
geschnitten, dass es einem bei raueren Bedingungen Probleme bereiten
könnte (z.B. beim Einfahren in Strömungen (Tide) Tidenkehrwasser oder bei
achterlicher See (Surfen)).
- Ohne Skeg pendelt der „Cetus“ etwas hin und her.
- Das Skeg wird durch ein Gummi stets
herausgezogen. Will wir das Skeg z.B. nur halb herauslassen, dann muss die
Hochholleine befestigt werden, was einhändig mit kalten Fingern nicht so
leicht zu handhaben ist.
- Bei Kurs gegen starken Wind läuft der „Cetus“
recht nass.
- Das vierte Gepäckfach in Höhe des Kartendecks
wird nicht begrüßt, sei es, dass kleinere Leute beim Paddeln nicht in das
Fach greifen können und dass größere Leute Probleme beim Aus- und
Einsteigen bekommen. (Anmerkung: Außerdem ist es nicht möglich, die
einzige effiziente Lenzpumpe, die „Compaq 50“, auf dem Kartendeck zu
installieren!).
- Anmerkung: Leider wird von den Testern nicht
erkannt, dass die starren Schenkelstützen nicht für alle geeignet sind.
Statt die mittlerweile bei PE-Seekajaks zum Standard gewordenen
verstellbaren Schenkelstützen einzubauen, überlässt es P&H dem Käufer,
für den richtigen Schenkelhalt zu sorgen.
Zusammenfassung: U.Beier – www.kanu.de/kueste/
Quelle:
OCEAN PADDLER, Nr. 1/07, S.60-63 – www.oceanpaddlermagazine.com
Link: www.phseakayaks.com