Mit Hilfe eines Trockenanzuges
können sich Küstenkanuwanderinnen und -wanderer unterwegs auf dem Meer - aber
auch an Land vor dem Start, während der Pausen und nach der Ankunft – vor:
Deshalb sieht man wohl in
unseren Breiten immer häufiger Kanuten, die einen Trockenanzug tragen.
Spätestens jetzt, wo die
Wassertemperaturen allmählich unter +10°C fallen und der Wetterbericht die
ersten Schneeschauer vorhersagt, sollten auch die anderen Kanuten, die bislang
auf das Tragen eines Trockenanzuges verzichtet haben, in Erwägung ziehen, sich
so’n Ding anzuschaffen und zu tragen. Denn all die Argumente, die gegen das
Tragen eines Trockenanzugs sprechen und die in der Sommerzeit durchaus
vertretbar sind, zählen jetzt in der Winterzeit nicht mehr.
Untersuchungsergebnisse
zeigen, dass bei winterlichen Temperaturen eine Kenterung mit anschließendem
Ausstieg deutlich weniger kritisch ist, wenn ein Trockenanzug getragen wird:
1. Ein Trockenanzug vermindert das Risiko, gleich nach
einer Kenterung einen „Kälteschock“
zu erleiden (hier: Kälteschmerz; Atemnot, unkontrolliertes tiefes Luftholen,
Hyperventilation/Hecheln; Verlust des Gleichgewichtsgefühls).
2. Ein Trockenanzug trägt nach einer Kenterung mit
Ausstieg zur Verlängerung der Handlungsfähigkeit
bei, wobei davon auszugehen ist, dass z.B. bei +5°C Wassertemperatur die
Nutzzeit bei ca. 5 Minuten liegt, sofern keine Kälteschutzbekleidung getragen
wird.
3. Ein Trockenanzug trägt nach einer Kenterung mit
Ausstieg dazu bei, dass wir nicht so schnell unterkühlen. Bei +5°C
Wassertemperatur liegt die Zeit, bis die Bewusstlosigkeit
eintritt, bei einem Nackten bei 0:25-0:35 Std.; bei einem Normalbekleideten
bei 1:00-1:25 Std.; bei einem Neoanzugträger (5mm) bei 2:25-2:50 Std.
und bei einen Trockenanzugträger bei mindestens 5 Std.
Für den, der sich trotz
solcher Daten nicht davon abschrecken lässt, in der Winterzeit auf Großgewässer
hinaus zu paddeln, der aber einsieht, dass bei den dann herrschenden
Wassertemperaturen ein Trockenanzug genauso zum Paddeln gehört wie u.a. auch
ein doppelt abgeschottetes Kajak, dem möchte ich auf den folgenden Beitrag
verweisen:
Trockenanzüge: Ein Muss fürs Küstenkanuwandern?
Kauf-, Trage- und Pflegeempfehlungen
der von der DKV-Homepage
downgeloadet werden kann:
www.kanu.de/nuke/downloads/Trockenanzug.pdf
Dabei sollte ihm bewusst
sein, dass ein Trockenanzug unbedingt bequem
zu sein hat; denn nur dann besteht die Chance, dass er ihn im Ernstfall
auch wirklich trägt!
Und wenn er ihn nun beim
Paddeln trägt, dann sollte er natürlich unter dem Anzug genügend warme Unterbekleidung (möglichst aus
Fleece) tragen; denn der Trockenanzug hält nur trocken und schützt vor dem
Wind, erst die Unterbekleidung sorgt für die nötige Wärme.
Schließlich sollte ihm auch
bewusst sein, dass der Kälteschutz noch weiter gesteigert werden kann. Zu
denken ist hier z.B. an den nötigen:
Es hängt nun vom einzelnen
Kanuten ab, für welche „Kälteschutzaufrüstungsvariante“ er sich
entscheidet, wenn er während der Winterzeit paddeln geht. Bei seiner
Entscheidung sollte er die folgenden Faktoren berücksichtigen:
Last, not least müssen wir
natürlich gesundheitlich fit sein, wenn wir bei Kaltwasserbedingungen paddeln
gehen. Denn wenn wir nicht fit sind, können wir uns nicht darauf verlassen,
dass wir dieses Manko mit einem Trockenanzug & Co. kompensieren können.
Text: U.Beier