Alles kommt mal wieder, so
z.B. auch eine Rettungsweste mit Feststoffteil. So um 1980 entwarf Jürgen
Pietsch, der Konstrukteur der Habel-Seekajaks mit integrierter Steueranlage,
zusammen mit SECUMAR solch eine Weste. Sie sah aus wie eine Rettungsweste mit
per CO2-Patrone aufblasbarem Schlauch. Die Stoffpartie hinter den Schläuchen
bestand dabei zusätzlich aus einem Feststoff-Auftriebskörper.
Nun wird im OCEAN PADDLER
eine US-amerikanische „Hybrid-Rettungsweste“ vorgestellt, und zwar:
Sie sieht wie eine
Feststoffschwimmweste aus, in die ein halbautomatisch aufblasbarer
Schwimmkörper integriert ist. Leider fehlt in dem Beitrag ein Foto von einem im
Wasser treibenden Kanuten, der diese Weste mit aufgeblasenem Schwimmkörper
trägt!?
Bevor etwas über die
Leistungsfähigkeit dieser Weste gesagt wird, sollen kurz die für Europa
geltenden Empfehlungen (Euro-Normen) für den Auftrieb von Schwimmhilfen bzw.
Rettungswesten vorgestellt werden (sog. „Schutzklassen“):
http://www.secumar.com/secumar/d/info/info_schutzklassen.html
In dem OP-Beitrag finden wir
wohl den Hinweis, dass für Schwimmwesten ein Mindestauftrieb von 50 Newton (N)
(≈ 5 kg) empfohlen wird, und die Anmerkung, dass eigentlich ein Auftrieb
von mindestens 150 N (≈ 15 kg) als erforderlich angesehen wird. Vergeblich
suchen wir jedoch eine Info darüber, welchen Auftrieb die Kokatat Sea02 hat. Die ob genannten Daten von 34 N (≈ 3,4
kg) Feststoffauftrieb und 68 N (≈ 6,8 kg) zusätzlich auslösbarem
Luftauftrieb werden nicht im OP-Beitrag genannt, sondern auf der Hompage von
Kokatat gebracht:
è
www.kokatat.com/product_detail.asp?code=sea
Daraus können wir ableiten,
dass die Kokatat Sea02 über einen
Gesamtauftrieb von 102 N (≈ 10,2 kg) verfügt, der genau in der Mitte
zwischen Schwimmhilfe (50 N) und bedingt ohnmachtssicherer
Rettungsweste (150 N) liegt. Auch fehlt in dem OP-Beitrag – was die
Vergleichbarkeit wesentlich erleichtert - ein Hinweis, wie hoch der Auftrieb
konventioneller Feststoffwesten ist (≈ ca. 6,8 kg (?)).
Übrigens, der aufblasbare
Auftrieb für die Kokatat Sea02 wird
von einer CO2-Patrone (mit 16 g Treibmittel) (immerhin wird eine Reservepatrone
mitgeliefert) erzeugt. Bei den üblichen 150-N-Rettungswesten (z.B. von SECUMAR)
werden CO2-Patronen (mit 32 g) eingesetzt, die einen Auftrieb von 170 N (≈
17 kg) erzeugen.
Ich meine, dass diese Daten
uns helfen können, die Leistungsfähigkeit dieser Hybrid-Weste einzuschätzen,
d.h. sie bietet mehr Auftrieb (= 102 N) als die konventionellen
Feststoffschwimmwesten (= ca. 68 N), aber weniger Auftrieb als die bedingt
ohnmachtssicheren Rettungswesten (= 170 N).
Was wird sonst so über diese
Weste geschrieben:
Nicht zu finden im Beitrag
ist jener Aspekt, dass der Rückenteil der Weste aus Netzstoff besteht und
dadurch nicht nur nicht aufträgt, sondern auch sehr leicht & luftig ist,
was gerade an warmen Tagen von Vorteil ist. Außerdem dürfte dies für jene von
Vorteil sein, die sich beim Rollen nach hinten legen.
Text: U.Beier
Quelle: OCEAN PADDLER, Nr.
12/08, S.60-61 – www.oceanpaddlermagazine.com
Link: www.paddling.net/Reviews/showReviews.html?prod=1890