29.09.2009 E-Lenzpumpen:
10 bedenkenswerte Punkte (Ausrüstung)
Seit
nunmehr über 10 Jahren sind einige meiner Seekajaks mit E-Lenzpumpen
ausgerüstet. Als ich mein eines Seekajak durch ein neues ersetzte, ließ ich mir
jedoch keine E-Lenzpumpe mehr einbauen, sondern zog es vor, die auf dem
Kartendeck zu montierende Handlenzpumpe „Compac 50“
einbauen zu lassen. Und bei dem Seekajak meiner Frau werde ich wohl im kommenden
Winter die nach Jahren nicht mehr funktionierende E-Lenzpumpe ausbauen und
ebenfalls eine „Compac 50“-Handlenzpumpe einbauen
lassen.
Warum?
Nun, in Anbetracht dessen:
1)
dass ich bei meinen E-Pumpen-Kajaks aus Sicherheitsgründen stets noch eine
tragbare Handlenzpumpe mitführen "muss";
2)
dass meine E-Pumpen unterschiedlicher Fabrikate entgegen den Händler- und
Herstellerzusagen nur weniger Wasser förderen;
3)
dass es bei meinen E-Pumpen ab und an passiert, dass sie kein Wasser ansaugen
wollen, obwohl die Pumpe läuft und genügend Wasser im Cockpit schwabbelt (erst
wenn ich dann mit dem Mund an der Wasserauslassöffnung sauge, fängt sie an zu
lenzen!).
4)
dass mein erster Pumpenschalter mit Gummimanschette korrodierte;
5)
dass mein zweiter Pumpenschalter anfangs korrosionsfest war, aber sich dafür manchmal
bei leichtem Druck (z.B. Welle, Berührung beim Schließen der Spritzdecke) von
allein die Pumpe anschaltete, ohne dass ich dies bei Wind-/Seegangsgeräuschen
mitbekam;
6)
dass eine meiner E-Pumpen irgendwie allmählich verstopfte, ohne dass dies
jedoch von außen erkennbar war;
7)
dass eine E-Pumpe von mir sich nach dem Anschalten nicht mehr ausschalten ließ
und dass nach der Reparatur einen Monat später derselbe Mangel erneut auftrat;
8)
dass irgendwann das E-Kabel meiner E-Pumpe ohne mir bewusste äußere Einwirkung
abriss;
9)
dass ich bei einem Mitpaddler mal erlebt hatte, wie sich seine E-Pumpe an Land
plötzlich von alleine anschaltete und schließlich nicht mehr ausschalten ließ;
10)
dass die fest installierte "Compac 50"
Lenzpumpe von Henderson - lt. Herstellerangaben (?) - 45 Liter in der Minute
lenzt (bei 60 Pumpzüge pro Minute), was bei ca. 150 bis 200 Liter
Cockpitvolumen (wovon ca. 50 Liter wieder vom Körper des Kanuten verdrängt
werden) doch auch ganz beachtlich ist.
frage
ich mich, ob es wirklich ratsam ist, sich eine E-Lenzpumpe in sein Seekajak einzubauen
oder einbauen zu lassen, zumal ich bislang meine E-Lenzpumpe nur beim Säubern
meines Kajaks zu Hause im Club einsetzen musste?
Meine Antwort
als einer:
ist klar: Nein,
es lohnt sich nicht, das Risiko einzugehen, eine E-Lenzpumpe zu installieren,
die u.U. im entscheidenden Moment nur unzureichend
oder gar nicht funktioniert?
Nun,
als "Wochenend"-Paddler
könnte ich wohl noch mit diesem Risiko leben, aber als "Touren"-Paddler? Während einer
9-tägigen Touren entlang der westfriesischen Inseln
schaltete sich meine E-Pumpe am 2. Tag versehentlich und unbemerkt an. Da ich
für mein 450g-Ladegeräte keinen Platz mehr in meinem randvoll mit Verpflegung
und sonstiger Ausrüstung beladenen "Oland"
(ca. 325 Lit. Vol.) hatte, war ich froh, dass ich für die restlichen 7 Tage
eine tragbare Handlenzpumpe als Reservepumpe dabei hatte.
Text: Udo Beier