18.10.2011 Paddeln bei Minus-Temperaturen (Ausrüstung)
Im SEEKAJAK berichtet Markus Ziebell in dem Beitrag:
„Unternehmung Sonne wenden 2010“
über eine Tour mit ein paar
Mitpaddlern von Norddeich hinaus zu den ostfriesischen Inseln mit bis zu -12° C.
Mit folgenden Problemen wurden sie dabei konfrontiert:
- Beim Starten wurde durch „zähe Eismasse, die mit
einzelnen Schollenfeldern durchsetz ist“ gepaddelt. Erst draußen im
Fahrwasser wurde es mit dem Eis weniger. Einen Tag später herrschten aber
auch dort verschärfte Eisbedingungen. Abwechselnd musste „Führungsarbeit“
geleistet werden, „so dass die Nachfolgenden sich keine eigene Spur durchs
Eis brechen müssen.“
- Die üblichen Zeltheringe konnten nicht in den
gefrorenen Boden gesteckt werden.
- Die Neoprenschuhe und –Handschuhe waren am
nächsten Morgen gefroren.
- Eine gefrorene Neoprenspritzdecke ließ sich kaum
anziehen und dann nur mit fremder Hilfe über den Süllrand ziehen.
- Selbst in den Schlafssäcken hat sich Eis
gebildet.
- Das Trinkwasser in allen Behältern gefror.
„Vielleicht sollte man bereits bei der Abfahrt lose Eisstücke in die Luke
packen, die man bei Bedarf im Topf auftaut“; denn auf den Insel lag nicht
genügend Schnee, den man hätte schmelzen können.
- Bootswagenräder mit Luftschläuchen werden beim
Bootstransport übers gefrorene Watt besonders beansprucht; ein Rad verlor
die Luft.
- Beim PE-Seekajak konnte auf den Bootswagen
verzichtet werden, denn es rutschte ohne Probleme über den vereisten und
verschneiten Strandabschnitt.
Die dritte Nacht wurde nicht
mehr im Zelt, sondern – wohl auch wegen des mangelnden Trinkwassers - in einem
Haus verbracht und die Rücktour zum Festland erfolgte wegen der ungünstigen
Eis- und Wetterlage per Fähre.
Ob bei solchen Temperaturen die
Lenzpumpe verstopfte bzw. einfror oder das Skeg bzw. der Kabelzug zum Skeg
festfror, darüber wurde nicht berichtet.
Zusammenfassung: U.Beier
Quelle: SEEKAJAK,
Nr. 127/11, S.29-31 – www.salzwasserunion.de