31.12.2004
ISKA aufgelöst (Geschichte)
Die
International Sea Kayaking Association
(ISKA)ist nicht mehr. Ihr
Headmaster, der Brite John Ramwell, hat aus Altersgründen die Arbeit
eingestellt. Die britische Internet-Kanuzeitschrift „Canoeist“ versucht nun,
die Idee der ISKA, insbesondere die
Sicherheit beim Küstenkanuwandern zu fördern, aufzugreifen und so den „Geist“
der ISKA weiterleben zu lassen.
Die
ISKA hieß einst ASKC (Advanced Sea Kayak Club) und wurde in den 60er Jahren u.a.
von Martyn Barker und Dave Elmore in London gegründet. Folgende Ziele wurden
herausgestellt:
Ein
Jahr später übernahm John Ramwell den Job als Organisator dieses Clubs, der
keine Verein im deutschen Sinne, sondern ein loser Zusammenschluss von
Seakayakern, die daran interessiert waren, Information zum Thema Seakayaking
auszutauschen. John Ramwells Hauptaufgabe war es, einen Newsletter herauszugeben, der als Medium für alle interessierten
Seakayaker dienen sollte.
1994
wurde der ASKC in ISKA umbenannt. Zwei Gründe sprachen dafür:
Erstens wollte John nicht nur „Advanced Sea Kayakers“ (fortgeschrittene
Küstenkanuwanderer), sondern alle am Sea Kayaking (Sea Canoeing, Ocean
Kayaking, Ocean Paddling, Sea Paddling) Interessierten erreichen, ansprechend
und zum mitmachen motivieren. Zum anderen wollte er auch Kanuten erreichen, die
keine Briten sind und nicht bloß an Großbritanniens Küste paddeln.
Dieser
Newsletter des ASKC bzw. ISKA, von dem insgesamt über 166
Nummern erschienen sind, war übrigens Vorbild für einige andere außerbritische
Vereinigungen. So griffen auch in Deutschland einige am Küstenkanuwandern
interessierte Kanuten die Idee dieser Art „Newsletter-Gemeinschaft“
auf und gründeten ebenfalls eine solch lose Vereinigung. Das war 1985 und um
der Vereinigung einen Namen zu geben, nannte man sie „Salzwasserunion“
(SaU) und ihren Newsletter „Rundbrief“, dessen Nr. 1 1986 erschien. Als
Ziele wurden – vergleiche hierzu die Ziele der ASKC / ISKA - Folgende aufgeführt:
Kein
Wunder, dass schon wenige Jahre nach Bestehen der SaU, John Ramwell
Ehrenmitglied der SaU wurde; denn ohne John Ramwell und „seinem“ ASKC / ISKA hätten den deutschen
Küstenkanuwandern der Impuls gefehlt, so etwas wie die SaU ins Lebens zu rufen.
Im
Gegensatz zur „Salzwasserunion“ hat es der ASKC
/ ISKA nicht geschafft, soviel Mitglieder zu gewinnen (max. 450) und seine
Mitglieder dazu zu bringen, nicht nur Infos zum Küstenkanuwandern abzurufen, sondern
auch Infos selber zu erstellen und dem Newsletter zur Veröffentlichung zur
Verfügung zu stellen. Der Newsletter erschien wohl 6x im Jahr, aber umfasste
durchschnittlich nur 20 Seiten je Ausgabe, wovon fast die Hälfte der Beiträge
aus Newslettern anderer Organisationen stammten.
Warum
sich in Großbritannien, der Wiege des modernen Küstenkanuwanderns, ein solch
loser Zusammenschluss von Küstenkanuwanderinnen und –wanderern nicht so richtig
etablieren konnte, ist nicht so leicht erklärbar. Ein Grund könnte vielleicht
der sein, dass in Großbritannien das Küstenkanuwandern viel üblicher ist. Von
jedem Ort Großbritanniens ist das Meer praktisch maximal 100 km entfernt. Da
braucht man nicht viel vom Meer zu sprechen, über das Meer zu schreiben; vom
Meer zu träumen; denn wenn man auf dem Meer paddeln will, fährt man einfach am
nächsten Wochenende hin! Darin ist wohl auch der Grund zu sehen, dass der
Versuch von John Ramwell, mit „OCEAN
PADDLER“ ein kommerzielles Küstenkanuwander-Magazin ins Leben zu rufen, nach
vier Ausgaben scheitern musste; denn die Zahl der Heftverkäufe überstieg keine
1.000 Exemplare.
Abgesehen
davon, dass John Ramwell den ASKC / ISKA
seit über 40 Jahren am Leben erhalten hat, mit ihm schließlich selber alt
geworden ist (66 J.) und kein Nachfolger in Sicht war, hat ihn anscheinend die
Motivation verlassen, sich selber weiter für den ISKA zu engagieren. Die letzte Nummer des Newsletter ist im
Dezember 2004 erschienen.
Ob
einmal eines Tages eine Nachfolgeorganisation gegründet wird? Ich glaube es
nicht; denn im Zeitalter des Internet, sind solche Printmedien, zu denen die
Newsletter zählen, „out“, zumindest in Ländern, wo ein jeder das Meer praktisch
vor seiner Tür hat.
Text: U.Beier (ASKC
/ ISKA-Mitglied seit 1993)
Link zum ISKA: www.seakayak.co.uk