05.05.2005
Faltboot-Erfinder Alfred Heurich
(Geschichte/Ausrüstung)
In
KANU SPORT stellt Holger Machatschek
in dem Beitrag:
„Das
wechselvolle Leben des Faltbooterfinders: Alfred Heurich – Der Vater einer
Idee“
denjenigen
vor, der schon um die Jahrhundertwende erste Faltboote konstruiert hat. Sein
allererstes Faltboot hieß „Pfiffikus“ und entstand 1897. Später baute er
inspiriert von Eskimo-Kajaks, die im Münchener Völkerkunde-Museum ausgestellt
wurden, ein „zerlegbares“ Rennboot namens „Luftikus“ (4,50x50 cm). Am 30. Mai
1905 unternahm er damit seine erste Fahrt auf der Isar. Beim Bau ließ er sich
von 2 Forderungen leiten, die auch heute noch aktuell sind:
„Einmal musste
sich das Boot überallhin über Land transportieren lassen. Je kleiner es war,
desto leichter war diese Forderung zu erfüllen. Ich baute es zerlegbar, sodass
ich es in einem Rucksack und einem mannlangen Futteral auch im Eisenbahnabteil
ohne Kosten und als Handgepäck mitnehmen konnte. Am Flusse angelangt, spannte
ich dann die wasserdichte Segeltuchhaut durch ein Gerüst von dünnen Stäben in
einer Viertelstunde auseinander.“
1907
übernahm der Schneider Johann Klepper die Rechte zum Nachbau des Faltboots
„Delphin“. Später bauten mehr als 60 Hersteller über 150 verschiedene Einer-
und Zweier-Faltboottypen. Alfred Heurich war daran nicht mehr beteiligt;
dennoch blieb er der Faltbootfahrerei treu. Z.B. erfand er den „Seesocken“
(Kentersack), paddelte über 100.000 km und gab insgesamt ca. 25 „Wasser-Führer“
heraus. Er wurde 84 Jahre alt und starb 1967.
Quelle: KANU SPORT,
Nr. 5/05, S. 24-27; s. auch: S.16-23 – www.kanu-verlag.de