Genau vor 60 Jahren, also am
è Distanz
(km) = 3,8429 x (√ Gegenstandshöhe (m) + √ Augenhöhe (m))
Nach Protesten und einer
Besetzung Helgolands durch Studenten durften schließlich die ca. 2.500
Einwohner Helgolands 1952 wieder auf ihrer Heimatinsel, Deutschlands einziger
Hochseeinsel, siedeln. Derzeit wohnen ca. 1.500 Leute auf der Insel, die sich
um die ca. 500.000 Besucher kümmern, die jährlich per Passagierdampfer,
Segelschiff, Motorschiff, Flugzeug, Surfbrett bzw. Seekajak vorbeikommen.
Wen es interessiert, wie wir
Küstenkanuwanderinnen und –wanderer hinüber zur Insel paddeln können, möge den
einen oder anderen der folgenden Beiträge über Helgolandtouren von der
DKV-Homepage downloaden:
www.kanu.de/nuke/downloads/Tour-Bremerhaven-Helgoland.pdf
(K.Schmidt 1929)
www.kanu.de/nuke/downloads/Tour-Hamburg-Helgoland.pdf (H.-J.Otto
1963)
www.kanu.de/nuke/downloads/Tour-Rund-Helgoland.pdf (U.Beier &
Co. 1994)
www.kanu.de/nuke/downloads/Tour-Blankenese-Helgoland.pdf
(J.Offermann 1996)
www.kanu.de/nuke/downloads/Tour-St.PeterOrding-Hegloland.pdf (M.Panknin &
Co. 1997)
www.zoelzer.de/ger/Chaotenfahrt.htm (H.Zölzer &
Co. 1997)
www.zoelzer.de/ger/helgoland.htm (H.Zölzer &
Co. 2000)
Wer der erste Kanute
überhaupt war, der Helgoland per Kajak erreicht hat, ist mir unbekannt.
Vermutlich war es Karl Schmidt (aus Bochum), der 1929 im
Faltboot von Bremerhaven aus nach Helgoland paddelte. Er startete um
Ansonsten sind noch die
folgenden Kanuten erwähnenswert:
Werner Schmiedel ist 1961 als 17-18-Jähriger allein im Aerius II (Faltboot) von Husum
über St.Peter-Ording nach Helgoland gepaddelt und 2 Tage später weiter Richtung
Ostfriesland nach Wangerooge. Statt mit Kompass arbeitete er mit Uhr und
Sonnenstand und statt ein Zelt aufzubauen, schlief er unter seinem
Zweier-Faltboot auf einer Luftmatratze. Für die nötige Wärme sorgte eine
Wolldecke.
Heinz Zölzer soll 1962 im „Klepper T6“ (Faltboot) von Wangerooge nach
Helgoland gepaddelt sein (zurück ging es per Fähre nach Bremerhaven).
Hans-Jörg Otto paddelte 1963 im „Kette Langeiner“ (Faltboot) bei einer
3-Etappen-Tour Hamburg – Helgoland in der Nacht von Scharhörn (welches damals
noch betreten werden durfte) nach Helgoland, da er sich so wegen mangelnder
Ausrüstung besser am Leuchtfeuer des Helgoländer Leuchtturms orientieren
konnte. (s. Seekajak, Nr. 12/88)
Werner Born organisiert zusammen mit Hans-Jürgen Prigge 1981 vermutlich die erste Gruppenfahrt
nach Helgoland, bei der neben 5 Kanuten auch 2 Kanutinnen teilnahmen. Er
startete von Cuxhaven aus und benötigte ca. 12 Std. Zurück ging es dann mit dem
Seebäderschiff nach Cuxhaven.
1987 paddelte die
Niederländer Hendrik Kingma &
Mathijs von Wangersiel aus kommend über Minseneroog nach Helgoland, welches
sie im Nebel ohne GPS fanden. (s. Seekajak, Nr.9/87)
Michael Koop & Udo Weiterer gelang es 1989 nach
erfolgreicher Ansteuerung von Helgoland tags darauf bis zum ca. 60 km entfernt
liegenden Amrum weiter zu paddeln. (s. Seekajak, Nr. 20/89)
Udo Beier organisierte 1994 die erste ausgeschriebene Vereinsfahrt
nach Helgoland. Zusammen mit Kai Ahrens,
Arthur Buschardt, Wolfgang Dinter, Bernhard Hillejan, Berta Reiner &
Manfred Klingmann-Reiner wurde Helgoland von Neuwerk aus angepaddelt, 2
Tage später ging es dann weiter nach St. Peter Ording. (s. Seekajak, Nr. 44/94)
Jens Offermann wiederholte 1996 die 63er-Tour von H.J.Otto, wobei
es ihm sogar gelang, wieder zurück nach Hamburg zu paddeln. Bei der Rückfahrt
von Helgoland nach Neuwerk geriet er jedoch in Nebel & Dunkelheit, sodass
er erst nach 13-stündiger (!) Fahrt Neuwerk erreichte.
Jürgen Hoh erreichte 1996 ebenfalls im Faltboot anlässlich einer
mehrwöchigen Elbefahrt von Tschechien aus kommend nach 720 km Helgoland. (s.
Kanu Magazin, Nr. 1/99)
Matthias Panknin & Karl Wolfner meisterten 1997 sogar
innerhalb von ca. 17 Std. von St.Peter-Ording aus kommend eine Retour-Tour nach
Helgoland (ca. 90 km). (s. Seekajak, Nr. 100/06)
Heinz Zölzer paddelte 1997 mit Andreas
von Wangerooge aus nach Helgoland und retour (s. Seekajak, Nr. 62/98) und 2000
mit Sven Grimpe & Ulf Sielaff von
Spiekeroog aus nach Helgoland und retour.
Bislang hat es jedoch noch
keiner geschafft, die Deutsche Bucht von Borkum aus kommend so zu queren, dass
mit einem Zwischenstopp auf Helgoland nach insgesamt ca. 155 km Sylt erreicht
wird.
Ebenfalls gelang es Arved Fuchs & Rainer Neuber nicht,
1987 Helgoland von der ca. 460 km entfernt liegenden Humbermündung (England)
aus zu erreichen, da konstante östliche Winde sie in ihren Faltbooten einfach
am Fortkommen hinderten. Nach 9 Tagen gaben sie – nachdem sie sich nur ca. 280
km vom Startort entfernt hatten - in Höhe der Niederlande entnervt auf. (s.
Seekajak, Nr. 11/87)
Last and Least sollten
wenigstens am Rande die vielen „Rallye-Racer“
Erwähnung finden, die es auch mal versuchen wollten und es nicht schafften, da
sie allein auf ihre Kraft setzten. Wie z.B. jene drei Kanuten, die Helgoland
von Altenbruch (östlich von Cuxhaven) aus Nonstop erreichen wollten, jedoch die
Tide verschliefen, die Windprognose ignorierten und die Verkehrsbestimmungen
missachteten. Sie starteten verspätet, fielen unterwegs unangenehm der
Wasserschutzpolizei auf und mussten im Angesicht von Helgoland nach Neuwerk
umkehren, als sich alles gegen sie wendete: Strom, Wind, Kondition & Magen.
Text: U.Beier
– www.kanu.de/kueste/