Nachdem die Husumer
Seekajakfahrerin Freya Hoffmeister (43) im Sommer 2007 zusammen mit Greg Stamer
in Rekordzeit Island umrundet hatte (1.620 km in 33 Tagen, davon 25 Paddeltag =
65 km/Tag), gelang es ihr zum Jahreswechsel 07/08 solo in Bestzeit, nämlich in
70 Tagen, die Südinsel von Neuseeland zu umrunden. Der legendäre Neuseeländer
Paul Caffyn, der u.a. Australien, Japan sowie Großbritannien umrundete,
brauchte demgegenüber 125 Tage, also 55 Tage länger.
Freya Hoffmeister war vom
Gepaddelt ist sie in einem
britischen Seekajak, und zwar einem EXPLORER
(540x54cm; ca. 340 Liter Vol.) von Nigel
Dennis. Das Boot war u.a. mit einem Skeg und tragbarer Handlenzpumpe
ausgerüstet.
Das Skeg klemmte am Anfang häufiger, nachdem sich beim Start durch die
Brandung immer wieder kleinere Steine bzw. Schlick im Skegkasten festgesetzt hatten.
Freya musste daher ab & an das Skeg unterwegs auf dem Wasser per Balanceakt
mit den Händen herausziehen. Als ihr das zu umständlich und „nass“ wurde – denn
einmal kenterte sie dabei -, konstruierte sie sich einen
„Einmal“-Umlauf-Handseilzug. Mit dem gelang es ihr auch unterwegs auf dem
Wasser von der Sitzluke aus das Skeg, an dem ein Bändsel hing, welches mit dem
Handseilzug verbunden war, herauszuziehen. Anschließend öffnete sie den
umlaufenden Seilzug und zog ihn aus dem Skeg-Bändsel, um nicht die ganze Zeit
mit einem Seil im Wasser zu paddeln.
Und die Bedienung der tragbaren Handlenzpumpe erwies sich als
sehr anstrengend. Freya griff deshalb auf ihren Schutzhelm zurück, den sie
zusätzlich als „Schöpfeimer“ einsetzte. Auf eine fest eingebaute Handlenzpumpe
verzichtete sie, wie es übrigens viele Briten tun sollen: „Why, I will roll …. what
else?“
Abgesehen von
Wetterproblemen hat sie so richtige Ausrüstungsprobleme – die letztlich auf die
hohe Brandung zurückzuführen war - nur an einem Tag, dem
Über die zu erwartende
Wetterlage wurde sie ständig per Satellitentelefon auf dem Laufenden gehalten.
Die meisten Probleme bescherten ihr trotzdem das Wetter und insbesondere die
einlaufende Dünung, die sich in Strandnähe als fast unüberwindliche Brandung
aufbaute und ihr das Starten und Anlanden fast unmöglich machte (siehe hierzu
Fotos in ihrem Blog).
Die Tour war als „Zelttour“
so angelegt, dass sich Freya spätestens nach 3 Wochen Essen beschaffen konnte.
Dennoch „kehrte“ sie an etwa 31 der 70 Tag des
Das Zelten war leider nicht
immer so bequem wie erhofft. Das lag ausschließlich an den Sandflies. Die waren doch recht unangenehme Strandbewohner.
Sie war daher häufig gezwungen, nach dem Anlanden gleich das Zelt aufzubauen,
um dann bis zum Start am nächsten Tag die ganze Zeit im Zelt zu verbringen. Die
erste halbe Stunde war sie meist damit beschäftigt, die ins Zelt geschlüpften
Sandflies erst einmal zu töten. Übrigens, bei diesen langen Aufenthalten im
Zelt hätte sie sich ein etwas größeres Zelt gewünscht, d.h. das Hillebergzelt ALLAK (130x230cm Innenzeltmaße mit 105
cm Höhe) war eigentlich etwas zu klein.
Wer mehr über den
Tourenverlauf erfahren möchte, findet dazu so mache Info in Freyas Blog: http://freyahoffmeister.blogspot.com
Wir
können gespannt sein, was ihre nächsten Paddelpläne sind. „Freya, warum denn
immer in die Ferne schweifen, auch die Nordsee und der Skagerrak bietet doch
noch so manche Herausforderung?“ Z.B.
·
„Rund Skagerrak“ hat noch keiner angegangen!
·
Und „Rund
Deutsche Bucht“ (Emden – Cuxhaven – List auf Sylt – Helgoland – Emden) ist
bislang auch von keinem Kanuten, geschweige denn einer Kanutin gemeistert
worden.
Eigentlich
müsste Freya letzteres bei entsprechender Wetterlage während eines „verlängerten“
Wochenendes schaffen können. „Wetten, dass …!?“
Text: U.Beier
– www.kanu.de/kueste/
Links:
Freyas Blog: è http://freyahoffmeister.blogspot.com
Nigel-Dennis-Seekajaks: è www.seakayakinguk.co.uk
Homepage von Freya: www.qajaqunderground.com