10.10.2002 Kaffee - ein
"Flüssigkeitsräuber" (Gesundheit)
In DIE ZEIT nimmt unter der Rubrik "Stimmt's"
Chr. Drösser zu Folgendem Stellung:
Es "heißt immer wieder, dass man Kaffee
zu den mindestens zwei Litern, die man trinken soll, nicht dazurechnen dürfte,
da er ein 'Flüssigkeitsräuber' wäre. ... Stimmt's?"
Antwort: "... Tatsächlich wirkt Kaffee
harntreibend. Trotzdem wird niemand verdursten, der große Mengen Kaffee oder
Tee trinkt und sonst nichts. Die Regel, man dürfe koffeinhaltige Getränke und
Alkohol bei der täglichen Flüssigkeitsaufnahme nicht mitrechnen, ist eher
symbolisch gemeint und nicht wörtlich zu nehmen.
Die diuretische, also den Harnfluss
verstärkende Wirkung von Koffein ... beruht hauptsächlich darauf, dass Koffein
die Durchblutung der Niere steigert und dadurch deren Aktivität erhöht.
Außerdem hemmt es (ebenso wie Alkohol) die Produktion des Hormons ADH, auch
Vasopressin genannt. Dieses ADH wiederum hemmt die Flüssigkeitsausscheidung der
Niere.
Es ist aus verschiedenen Gründen schwierig,
genau zu beziffern, wieviel Flüssigkeit man verliert, wenn man einen Liter
Kaffee trinkt:
Erstens ist die diuretische Wirkung von
Mensch zu Mensch verschieden.
Zweitens gibt es einen Gewöhnungseffekt -
bei starken Kaffeetrinkern lässt diese Wirkung nach.
Und drittens hängt der Effekt von der
Flüssigkeitsbilanz ab: Wenn man zusätzlich andere Getränke zu sich nimmt, wird
auch der durch den Kaffee erzeugte Harndrang stärker."
Quelle: DIE ZEIT, Nr.42/02, S.35 - www.zeit.de/stimmts
Anmerkung: Dennoch sollte man sich als KüstenkanuwanderIn sehr
wohl überlegen, ob es den Mitpaddlern zumutbar ist, wenn man vor Antritt einer
Tour bzw. während einer kurzen Pause unterwegs selber Kaffee bzw. Tee - von
Alkohol ganz zu schweigen - zu sich nimmt; denn es "nervt" doch schon
etwas, wenn nach 'ner knappen Stunde - gerade wenn es so richtig vorangeht -
der Erste sich wegen einer Pinkelpause zu Wort meldet und die Nächste genau
dann, wenn der Erste gerade wieder in seinem Kajak sitzt usw. usf. (U.B.)