30.07.2003 Trinken beim Paddeln: 10 Tipps
(Gesundheit)
Bei sommerlichen Temperaturen rinnt der
Schweiß Insbesondere wer entlang der Küste paddelt, ist der Sonne fast
schutzlos ausgeliefert ist. Im Folgenden werden ein bei Ratschläge erteilt und
Hinweise gegeben, die es zu bedenken gilt:
- Um nicht der Sonne all zu direkt ausgesetzt zu sein, sollte man
nicht mit nackten Oberkörper und ohne Kopfschutz paddeln; denn je direkter
die Sonne den Körper erhitzen kann, desto größer ist die Schweißproduktion
und der Flüssigkeitverlust. Außerdem kann der Wind den Schweiß schnelle
wegblasen, so dass der Schweiß nicht zur Körperkühlung beitragen kann und
der Körper gezwungen ist, weiteren Schweiß zu produzieren.
Aber man sollte
auch nicht mit zu nasser Unterwäsche paddeln; denn die nasse Bekleidung trägt
zur Auskühlung des Unterleibs aus, regt dadurch die Nierenproduktion an und
wirkt so harntreibend, d.h. führt auf diese Weise zu einem zusätzlichen Verlust
an Flüssigkeit.
- Schweiß dient dem Körper als Kühlmittel, um die Körpertemperatur
konstant zu halten. Bei normalen Temperaturen wird empfohlen, 1,5 - 2
Liter pro Tag zu trinken. Bei großer Hitze und lang anhaltender
körperlicher Anstrengung können jedoch 3 - 4 Liter pro Tag benötigt
werden.
Übrigens, über
50-Jährige benötigen noch mehr Flüssigkeit, da ihre Nierenleistung schwächer
wird.
- Der Wasserverlust durch Schwitzen sollte möglichst bald durch
Trinken kompensiert werden; denn schon bei ca. 1 Liter Flüssigkeitsverlust
sinkt die körperlich und geistige
Leistungsfähigkeit. Der Körper holt sich dann seine Flüssigkeit, die er
für Stoffwechselprozesse braucht, aus dem Blut. Das wir dickflüssiger und
lässt das Herz härter arbeiten.
Bei ca. 1,5 Liter
Flüssigkeitsverlust soll z.B. die Ausdauerleistung um über 20 % zurückgehen und
bei 3 - 4 Liter um ca. 50 %. Irgendwann verliert dann der Körper die Fähigkeit
zum Schwitzen. Die Körperwärme kann nicht mehr ausgeglichen werden. Ein
"Hitzschlag" ist die Folge.
- Kopfschmerzen, Schwindel und Muskelkrämpfe können Anzeichen für zu
viel Flüssigkeitsverlust sein. Aber auch trockene Lippen, Mund und Rachen
als Folge des Rückgangs der Speichelproduktion bzw. ein stark
orangefarbener Urin. Das subjektive Durstgefühl soll übrigens bei den
meisten Menschen erst ab einem Flüssigkeitsverlust von ca, 1,5 Liter
einsetzen.
- Ideal zum Auffüllen der Defizite sind "Schorlen", d.h.
ein Mix aus 2/3 Mineralwassser und 1/3 Fruchtsäfte (Apfel-, Organgen-,
Traubensaft), da sie nicht nur die fehlende Flüssigkeit, sondern auch
Mineralstoffe ersetzen, die man beim Schwitzen verliert.
Natürlich ist es
auch förderlich, nebenbei Obst bzw. Gemüse (z.B. Gurken, Tomaten, Paprika) zu
essen. Und nach einer Tour können abends mit einer fettarmen
Fleisch-/Gemüsebrühe zusätzlich Mineralstoffverluste ersetzt werden.
- Nicht empfehlenswert sind Kaffee, schwarzer Tee bzw. alkoholische
Getränke, da sie harntreibend wirken. Beim Ausscheiden nehmen sie zudem
wesentlich mehr Mineralsltoffe mit, als sie eingebracht haben.
- Übrigens, der Durst kommt erst dann, wenn der Flüssigkeitsmangel
bereits relativ groß ist. Deshalb empfiehlt es sich zu trinken, bevor der
Durst sich meldet. Da bei Gruppenfahrten die Kameraden nicht immer
genügend Trinkpausen (alle halbe Std.; max. jede Std.) einlegen, bietet es
sich bei über mehrere Stunden andauernden Touren an, einen Wasserbehälter
ins Cockpit oder aufs Deck zu legen, ihn mit einen Schlauch auszurüsten
und daraus alle 1/4 Std. ein paar Schluck (ca. 0,1 - 0,2 Liter) zu
trinken. Z.B. bietet die Firma PLATYPUS entsprechende geschmacksneutrale
Wasserschläuche mit integriertem Trinkschlauch an.
- Da der Körper bedingt Wasser speichern kann, sollte man vor Beginn
einer Tour etwas mehr Trinken (sog. Hyperhydratation). So wird
Marathonläufern empfohlen, 2 Std. vor Start 1/2 Liter und kurz vor dem
Start nochmals 1/2 Liter zu trinken. Damit das zuvor auf Reserve
getrunkene Getränk nicht zu früh ausgeschieden wird, empfiehlt man
weiterhin den Marathonläufern, solche Getränke mit etwas Kochsalz
anzureichern; denn Kochsalz eignet sich dafür, Wasser im Körper zu
speichern. Der Flüssigkeit jedoch, die man dann während des Paddelns
trinkt, sollte jedoch kein extra Portion Salz zugefügt werden
- Auf alle Fälle sollte man während einer lang andauernden,
schweißtreibenden Küstenkanuwanderung Nahrungsmittel meiden, die dem
Körper Wasser entziehen, z.B. zählt hierzu insbesondere Trockenobst; wer
etwa Trockenobst zu sich nimmt, ohne dazu überdurchschnittlich viel zu
trinken, wird nach 2-3 stündiger Paddelarbeit höchstwahrscheinlich die
ersten Anzeichen von Muskelkrämpfen verspüren.
- Last and least sollte man nach der Küstenkanuwanderung nicht
versäumen, seinen Durst zu stillen. Bis zur ersten Mahlzeit sollte alle
1/4 Std. 0,1 - 0,2 Liter getrunken werden.