11.07.2004
Frühe Phase der Unterkühlung (Gesundheit)
Im
SEA KAYAKER nimmt der Herausgeber Chr. Cunningham zum Thema Unterkühlung
Stellung:
„Kälte, egal
ob sie ganz allmählich während des Paddelns von einem Besitz ergreift oder ganz
plötzlich während man nach einer Kenterung im Wasser schwimmt, hinterlässt
deutliche Auswirkungen auch in der frühen Phase der Unterkühlung. Sie kann
einem sein Beurteilungsvermögen beeinträchtigen. Es empfiehlt sich daher, bei
Unterkühlung nicht bloß daran zu denken, wie lange man überleben kann. Vielmehr
sollte man sich die Frage stellen, wie lange es dauert, bis man die ersten
falschen Entscheidungen trifft.“
Der
deutsche Segelfachmann Bobby Schenk hat versucht, diesen Tatbestand in der
folgenden Faust-Formel zum Ausdruck zu bringen:
Nutzzeit (in
Minuten) = Wassertemperatur (in Celsius)
Diese
Formel gilt bei Wassertemperaturen von unter ca. 15 ° C und besagt, dass man
nach einer Kenterung (mit anschließendem Ausstieg) z.B. im 10 ° C kalten Wasser
ca. 10 Minuten Zeit hat, wieder zurück ins Kajak zu kommen. Schafft man dies
nicht, beginnen sich mit zunehmender Überschreitung dieser Zeitspanne die
Schwierigkeiten zu häufen, sei es, dass einem beim Wiedereinstieg immer mehr
Fehler unterlaufen bzw. dass man immer weniger körperlich in der Lage ist, ins
Cockpit zurück zu klettern, weil einem die dafür nötige Kraft bzw.
Geschicklichkeit in den Händen, Armen und Beinen fehlt.
Quelle: SEA KAYAKER,
Nr. Aug. 04, S.4, s. auch: S.44-49 – www.seakayakermag.com
Literatur: B.Schenk:
Sicherheit an Bord (1995), S.122.