17.06.2005 Vorsicht Zecken! (Gesundheit)
"Paddelzeit
ist Zeckenzeit!" - Zecken fallen nicht von den Bäumen, sondern sie halten
sich in Bodennähe auf. Wir streifen sie auf dem Weg vom Kajak zum Pausenplatz und
unterwegs beim Herumlaufen an Land von Büschen bzw. Gräsern ab. Anschließend
krabbeln sie am Körper hoch und suchen sich einen besonders gut durchbluteten
Platz. Was dann passieren kann und deshalb beachtet werden sollte, kann der
folgenden Übersicht entnommen werden:
|
Krankheiten |
Borreliose |
FSME (Hirnhautentzündung) |
|
Erreger |
Bakterium (Borrelia
burgdorferi) |
Virus (FSME-Virus) |
|
Welche
Zecken tragen welchen
Erreger? |
Zecken
gibt es in Wiesen & Wäldern. Mindestens ein Viertel von sind infiziert. |
Zecken,
die vor allem in bestimmten Risikogebieten zu finden sind. |
|
In
welcher Jahreszeit ist es am kritischsten? |
Zecken
sind besonders vom Frühjahr bis Herbst aktiv. |
|
|
Wo
gibt es Zecken? |
Zecken
halten sich in Bodennähe in Wiesen & Wäldern auf. |
|
|
Ab
wann wird der Zeckenbiss gefährlich? |
Nach
ca. 12-24 Std., da sich die Bakterien im Magen der Zecke befinden. |
Sofort
nach dem Biss, da sich der Virus im Speichel der Zecke befindet. |
|
Welches
sind die gefährdeten
Stellen? |
Zecken
bevorzugen gut durchblutete Körperpartien, können sich aber praktisch an fast
jeder Körperstelle festbeißen. |
|
|
Welche
Organe können
erkranken? |
Haut,
Gelenke, Muskeln, Nervensystem, Herz |
Nervensystem |
|
Welche
Krankheits- -Symptome
gibt es im
Frühstadium? |
Wanderröte
(nicht immer); Abgeschlagenheit,
Fieber, Kopfschmerzen |
Fieber,
Kopf- & Glieder- schmerzen
(später hohes Fieber, Nackensteifigkeit) |
|
Welche
allgemeine Vorbeugemaßnahmen können
getroffen werden? |
Tragen
körperabdeckende Bekleidung; Einsatz
chemischer Mücken-/Zeckschutz Mittel; Absuchen
des Körpers nach Zecken; |
|
|
Wie
ist die Zecke zu entfernen? |
Die
sich fest auf der Haut verbissene & verklebte Zecke wird mit den Fingern,
Pinzette, Zeckenzange/-schlinge/-karte möglichst hautnah gefasst und durch
geraden Zug (nicht drehen) entfernt. Die Zecke sollte nicht gequetscht
werden, damit keine Erreger zusätzlich in die Bisswunde gedrückt werden. |
|
|
Ist
eine Impfung möglich? |
nein |
ja
(3 Schutzimpfungen, die ca. 3 Jahre Schutz bieten) |
|
Ist
eine Behandlung (mit
Antibiotika) möglich? |
ja
(möglichst über 3 Wochen Antibiotika einnehmen) |
nein
(es können nur die Symptome gelindert werden) |
|
Besteht
nach der Krankheit eine
Immuinität? |
nein
(jeder Zeckenbiss kann erneut zu einer Infektion führen) |
ja
(lebenslänglich) |
Quelle:
vgl. www.zecken.ch und www.zecke.de
1. Mögliche Krankheiten
Bei Zecken-Bissen
können bis zu 50 Krankheiten auf den Menschen übertragen werden. Im
Wesentlichen sind es die folgenden 2 Krankheiten, die bei uns in Nordeuropa
auftreten:
Es
handelt sich um eine Hirnhautentzündung. Symptome der Infektion sind
grippeähnliche Erscheinungen (Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen), die nach ca.
7-10 Tagen sich bemerkbar machen. Nach einer weiteren Woche treten
Bewusstseinsstörungen, Lähmungserscheinungen auf, die im Koma enden können. Bei
2-3 % der Infizierten endet diese Art der Hirnhautentzündung tödlich.
Einziger
Schutz gegen FSME bietet eine vorherige Impfung (3 Impfungen innerhalb
von ½ Jahr). - Wer sich gegen FSME impfen lassen möchte, sollte vorgeben, dass
er in den Wäldern Süddeutschlands wandern will, anderenfalls sind die
Impfkosten persönlich zu bezahlen.
Übrigens,
die FSME-Viren befinden sich im Speichel der Zecke. Eine Infektion kann
folglich nicht verhindert werden, sobald sich die Zecke – sofern sie mit diesen
Viren verseucht ist – festgebissen hat.
Die
Borreliose kann von jeder dritten
Zecke übertragen werden, egal wo sie herkommt. Symptome dieser Art der
Infektion ist die "Wanderröte".
D.h. einige Tage nach dem Zeckenbiss rötet sich i.d.R. – also nicht immer - die
Haut rund um die Einstichstelle ringförmig (Durchmesser: ca. 15 cm). Es folgen
dann Abgeschlagenheit, Benommenheit, Kopf-, Muskel-, vor allem unerklärliche
Gelenkschmerzen und schließlich eine Gesichtslähmung.
Borreliose
muss mit bestimmten Antibiotika behandelt werden und zwar mit der
stärksten Dosis und über mindestens 21 Tage. Anderenfalls kann die Infektion
chronisch werden.
Übrigens,
die Borrelien-Bakterien leben im Darm der Zecke und gelangen von dort
frühestens ca. 12 Std. nach dem Biss in die Haut des Opfers.
Hinweis: Wer meint,
unter einer unerkannten "Borreliose" zu leiden und von den Ärzten
nicht ernst genommen zu werden, dem wird empfohlen, in das Buch von
Fischer/Siegmund: "Borreliose" bzw. in die von der Bayerischen Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft (LWF) herausgegebene Linksammmlung "Die
Zeckensaison hat wieder begonnen" zu schauen.
2. Risikozeit & -gebiete
Die Gefahr, an
einem Zeckenbiss zu erkranken, besteht insbesondere vom Frühjahr bis zum
Herbst. FSME-verseuchte Zecken findet wir nicht nur in Süddeutschland, sondern
auch u.a. entlang der ost-schwedischen Schärenküste, der Alandinseln, Gotland,
Öland, Bornholm und der Ostseeküste (westliches Polen mit Wollin und
Odermündung, sowie östl. Polen bis hoch nach Estland). Übersichten hierzu
finden wir unter: www.zecke.de .
Borreliose-versuchte Zecken dagegen finden wir praktisch überall. Mindestens
ein Viertel von ihnen sollen den Erreger in sich tragen.
3. Prophylaxe
Schützende Bekleidung
(z.B. geschlossene Schuhe und lange Hosen, wobei Strümpfe über die Hosenbeine
gestülpt werden sollten, damit die Zecke nicht so leicht über die Füßen, durch
die Hosenbeine die Beine hoch krabbeln kann) und als Ergänzung die Anwendung der
folgenden 3 von der STIFTUNG WARENTEST (Nr.4/01) besonders empfohlenen chemischen
Mittel können die Gefahr verringern, von einer blutsaugenden Zecke gebissen
zu werden:
4. Zeckensuchaktion
In Anbetracht
dessen, dass die Borreliose-Erreger erst nach ca. 12 Std. nach dem Biss in
unsere Haut gelangen können, sollten wird jeden Tag/Abend unseren Körper nach
Zecken absuchen, sofern wir uns in der freien Natur aufgehalten haben. Wenn es
nachts im Schlafsack plötzlich oder am nächsten Morgen irgendwo am Körper
anfängt, länger zu jucken, dann könnte das auf eine Zecke zurückzuführen sein.
Spätestens dann sollten wir nach der Ursache schauen. Meistens hat sich die
Zecke noch nicht so richtig festgebissen, sodass wir sie dann noch – notfalls
mit den Fingern - leicht herausziehen können.
Zur Entfernung
der Zecke empfiehlt Dr. H.Hohn wie folgt vorzugehen: „Die Zecke möglichst nah und parallel zur Hautoberfläche fassen und
gerade von der Haut streifen. Dabei den Körper nicht zu sehr quetschen, damit
keine Keime in die Haut gedrückt werden. … Abseits der Zivilisation kann man
Zecken notfalls direkt über dem Hautniveau abschneiden. Das Infektionsrisiko
wird durch Zeckenreste nicht erhöht, die Reste eitern aus. … In jedem Fall
sollte die Stelle nach der Entfernung gründlich desinfiziert werden.“
5. „Zeckenentfernungsinstrumente“
Wenn wir die
Zecke nicht mit den bloßen Fingern bzw. einer Pinzette
herausziehen können, empfiehlt KANU MAGAZIN eine
Z.B. im
Katalog von GLOBETROTTER (www.globetrotter.de)
findet wir noch weitere Gerätschaften:
Meiner persönlichen Erfahrung nach
ermöglicht die „Antizeckenkarte“ am ehesten, die Zecke ohne zu quetschen
herauszuhebeln. Das aber ist wichtig; denn wird die Zecke gedrückt, erhöht sich
die Gefahr, sich mit dem Borrelioseerreger zu infizieren. Am kritischsten ist
wohl in dieser Hinsicht die „Zeckenzange“ anzusehen; denn bei falscher
Handhabung ist ein Quetschen der Zecke nicht auszuschließen.
6. Desinfektionsmittel
Infrage kommt
z.B. die folgende Wundsalbe:
Es handelt
sich um ein Antiseptikum, welche Krankheitskeime abtötet. Die Salbe kann auch
bei kleineren Entzündungen offener bzw. geschlossener Hautstellen angewendet
werden (z.B. entzündete Schnittverletzungen; Nagelbettentzündungen).
Text: U.Beier
Literatur:
U.Fischer/B.Siegmund:
Borreliose - Zeckeninfektion mit Tarnkappe (142 S.)
H.Hohn:
Zecken-Alarm!, in: Kanu-Magazin, Nr. 4/05, S.12-13 – www.kanumagazin.de
Links:
è www.lwf.uni-muenchen.de/links/lwfinternet-info1.htm
è www.zecke.de und www.zecken.ch