02.03.2006 Durst löschen mit Salzwasser
(Gesundheit)
In SPIEGEL ONLINE nimmt Ulli Kulke im den Beitrag:
„Überleben auf dem Meer: Durst löschen mit
Salzwasser“
zu einem alt bekannten Thema
Stellung, welches wohl all jene interessieren dürfte, die sich längere Zeit mit
zu wenig Süßwasser auf dem Meer aufhalten.
Zu dem Punkt, warum das
Trinken von Salzwasser Probleme bereiten könnte, ist Folgendes zu lesen:
- „Trinkt
man zu viel Salzwasser auf einmal … , so wird der Wasserbedarf nicht
gestillt, sondern man trocknet innerlich aus. Verantwortlich dafür ist die
Osmose: der Ausgleich zweier verschiedener Flüssigkeiten, in diesem Fall
Wasser mit unterschiedlich hohem Salzgehalt, durch eine Membrane hindurch.
Der Osmoseprozess stoppt erst, wenn sich beide Seiten angeglichen haben.
Ist Salz im Spiel, strömt das Wasser von allein immer nur dorthin, wo die
höhere Konzentration herrscht.“
- „Die
Flüssigkeit menschlicher Zellen hat einen bestimmten Salzgehalt. Er ist
geringer als der von Wasser. Wird nun die Zellwand, die Membrane eben, von
außen mit salzigerem Wasser umspült, so zieht dies die Flüssigkeit aus der
Zelle heraus, anstatt hineinzuströmen.“
- „Das
Wasser im Körper befindet sich zu zwei Dritteln in den Zellen, der Rest
außerhalb von ihnen, im Blut etwa oder im Verdauungstrakt, wo es nach dem
Trinken auch zuerst landet. Strömt dort Salzwasser ein – und verändert
sich dadurch der osmotische Druck -, registrieren dies im Hypothalamus,
einem Teil des Gehirns, sofort spezielle Zellen, die Osmoserezeptoren. Sie
kontrollieren nicht nur die Wasserausscheidung, sondern auch das
Durstgefühl. Erstes Anzeichen bei Durst ist der trockene Mund. Er
entsteht, weil bei Wassermangel die Speichelproduktion vermindert wird, um
mehr Flüssigkeit dem Blut zuführen zu können. Blut ist besonders auf einen
konstanten Flüssigkeitsgrad angewiesen. Und so lautet das Signal: mehr
Wasser in den Mund. Aber auch Meerwasser? …. Natürlich haben wir nach dem
Schlucken (von Meerwasser) mehr Wasser in uns, im Magen, auch im
Darm. Aber dort, wo das Wasser letztlich hin soll, in den Zellen,
entziehen wir es mit dem Schluck.“
- „Der
Punkt, an dem die Einnahme von Salzwasser nicht mehr hilfreich ist, an dem
sie gesundheitsgefährdend, ja lebensbedrohlich wird, dürfte sich kaum
verbindlich feststellen lassen. Abzuwägen gilt: Gar kein Wasser schadet,
zu viel Salz aber auch. Und dann kommt es noch auf den Zeitpunkt an.
Entscheidend ist, dass das osmotisch geregelte Verhältnis von Wasser und
Salz im Körper nicht kippt.“
- „Dauerhafte
Einnahme von destillierten Wassers würde deshalb ebenfalls Probleme verursachen.“
Und was empfiehlt der Autor
Schiffbrüchigen?
- „Süßwasser
so weit mit Salzwasser zu strecken, bis die Grenze des Verträglichen
erreicht ist.“
- „Ist
nur Salzwasser vorhanden, so empfiehlt es sich, davon vor allem am Anfang
zu schlucken, wenn nämlich der Körper noch nicht dehydriert ist und sich
das Salzwasser darin auf das verträgliche Maß verdünnt. … Kleine Dosen
helfen, den Salzgehalt möglichst lange auf einem gesundheitsverträglichen
Maß zu halten.“
Weiterhin wir empfohlen, Fisch
zu fangen, zu töten, aufzuschneiden und auszulutschen. Der Atlantikquerer Lindemann beurteilt dies aus eigener
Erfahrung jedoch anders.
Übrigens, die frz. Armee hat
bei Versuchen festgestellt, „dass der
Mensch es mit Salzwasserdiät 6 Tage problemlos aushalten würde.“
Link: www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,399702,00.html
(15/02/06)