25.10.2007 Buchempfehlungen zur Wattenmeernatur (Literatur/Natur)
Wer nach ein paar
preiswerten Büchern zur Wattenmeernatur Ausschau hält, dem können die folgenden
beiden Bücher empfohlen werden:
- Klaus
Janke / Bruno P. Kremer:
Düne, Strand und Wattenmeer - Tiere und
Pflanzen unserer Küsten.
Kosmos Naturführer: 5. Auflage 2006,
323 S. (12,95 Euro)
- Martin
Stock /I Hans-Heiner Bergmann /I Herbert Zucchi:
Watt – Lebensraum zwischen Land und
Meer.
Boyens 2007, 188 S.
Das Buch von Janke/Kremer
ist ein Nachschlagwerk und hilft, all die Tiere und Pflanzen zu bestimmen, die
so:
- am Sandstrand und in den Dünen,
- am Spülsaum und im Angespül,
- auf den Wattflächen und Salzwiesen,
- im Felswatt und Klippensaum
zu finden sind. Jede beschriebene
Pflanze, jedes Tier wird per Foto vorgestellt. So erfahren wir z.B. Folgendes
über den Watvogel „Austernfischer“
(S.274):
- Arttypisches
Kennzeichen und Merkmale: Kräftiger, gedrungener Körper mit
langem, geradem Schnabel. Kopf, Brust (im Brutkleid), Oberseite und
Schwanzbinde schwarz; Unterseite, Bürzel und Schwanz weiß. Schnabel, Beine
und Augen kräftig rot, 43 cm.
- Verbreitungsangaben,
Lebensraum und geografische Verbreitung:
Küstenbewohner; Standvogel und Teilzieher von Südskandinavien bis nach
Gibraltar und ans Mittelmeer; Sommervogel in Nord- und Osteuropa;
Wintergast in Südeuropa.
- Allgemeine
Angaben zur Biologie oder Ökologie; Hinweise auf ähnliche oder weitere
Arten: Kaum ein Strandvogel macht durch seine Größe, kontrastreiche
Befiederung und lauten Rufe so eindringlich auf sich aufmerksam wie der
Austernfischer.
Zwischen April und Juni legen die
Pärchen in eine Bodenmulde bis zu 4 Eier, die von beiden Elternteilen bebrütet
werden. Die frischgeschlüpften Jungvögel flüchten schon nach einem Tag aus dem
Nest und sind nach 5 Wochen flügge.
Ihre Nahrung besteht aus Krebsen,
Muscheln, Wattwürmern, Strandschnecken und Insekten.
Während die Vögel mit verdicktem
„Hammer“-Schnabel die Muscheln aufstochern, gelangen die mit dem
„Stich“-Schnabel ausgestatteten Tiere durch einen gezielten Hieb zwischen die
geöffneten Schalenklappen an die Schließmuskeln und trennen sie durch.“
Demgegenüber ist das Buch
von Stock/Bergmann/Zucchi eine Art „Lesebuch“, in dem eine Menge zum
Thema Wattenmeer beschrieben wird, z.B. über:
- „Wattenmeer: Naturgeschichte einer einmaligen
Landschaft“,
- „Vom Seihen, Stochern und Trampel der Vögel im
Watt“,
- „Lebensader Priel“,
- „Tag und Nacht aktiv: Brutvögel der Salzwiesen
und Dünen“,
- „Quallen, Tang und Schill. Faszination des
Spülsaumes“,
- „Giftstoffe, Öl und Überdüngung: Das bedrohte
Wattenmeer“,
- „Natur Natur sein lassen! – Die
Wattenmeer-Nationalparke“,
- „Wattenmeer im Winter“.
Im Abschnitt „Trillern statt Kämpfen: Der
Austernfischer“ ist Folgendes zu lesen (S.96f.):
- „Der
lauteste unter den Küstenvögeln ist der Austernfischer. Zu kaum einer
Stunde des Tages oder der Nacht fehlt das Trillerkonzert der
schwarz-weiß-roten Vögel, in den Dünen ebenso wenig wie im offenen Watt,
in den Salzwiesen wie am Sandstrand. Immer gibt es eine Gelegenheit zum
Trillerzeremoniell. Drei oder mehr von ihnen treffen zusammen, meist an
der gemeinsamen Reviergrenze, senken die orangeroten Schnäbel mit der
Spitze bodenwärts, und dann geht es sofort los: Am Beginn steht ein leises
kurzes „püt-püt …“ …Meist …entwickelt es sich zu einem schnellen Triller,
der an- und abschwillt: „türrrrrrrr“. Als nächste Steigerungsstufe
schließt sich ein scharfes zweisilbiges, oft geradezu ekstatisches
„keliepkeliep …“ an. Dieses beschleunigt sich gegen Ende und wird zugleich
leiser, bis es in ein langsames, mattes „küküp …“ verklingt. Ist schon die
Strophe des Einzelvogels sehr laut, so läuft das Konzert mehrerer
Nachbarpaare beim Zusammentreffen zu einem wahren akustischen Inferno auf,
das, am Boden oder gar im schwirrenden Flug vorgetragen, mehrere Minuten
lang anhalten kann. Das ganze Zeremoniell dient im Wesentlichen der
Revierabgrenzung nach dem Motto: Lieber zusammen trillern, als eine
Schlägerei anzetteln. Wenn es allerdings gar nicht anders geht, kommt es
auch zu „handgreiflichen“ Auseinandersetzungen. Da Vögel keine Hand haben,
nehmen sie an ihrer Stelle den spitzen Schnabel zu Hilfe und können damit
böse zustechen. …“
Links über den Austernfischer:
www.schutzstation-wattenmeer.de/wissen/Austernfischer.html
www.natur-lexikon.com/Texte/SM/001/00004/SM00004.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Austernfischer