10.12.2002 Millionengrab Meer für
Schweinswal & CO. (Natur)
"Die Situation der Fischbestände ist
kritisch: Weltweit sind 60 Prozent der Speisefischbestände bereits überfischt
oder bis an die Grenzen befischt. Zusätzlich zu den 85 Millionen Tonnen Fisch
werden weltweit über 20 Millionen Tonnen Meeressäuger, Seevögel und Fische
mitgefangen, die als Beifang meist tot oder sterbend über Bord geworfen werden.
Dies führt zu Kosten in Millionenhöhe für Fischer, aber auch für die
Steuerzahler. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der WWF
vorgestellt hat.
"Jährlich sterben Millionen Tonnen
Fische als Beifang, bevor sie laichfähig sind. Das führt dazu, dass sie keine
Nachkommen haben, die Fischbestände schrumpfen und die Fischer immer weniger
fangen können. Dieses Verslustgeschäft wird jährlich mit Millionen Euro
Steuergeldern subventioniert", kritisierte Heike Vesper vom WWF. Der WWF
fordert Verbraucherschutzministerin Renate Künast auf, sich persönlich ... für
eine neue, umweltverträgliche Fischerei einzusetzen, damit nicht weitere
Fischbestände zusammenbrechen und Millionen Meerestiere sinnlos sterben müssen.
Ergebnisse der WWF-Studie:
Doch nicht alle Kosten von Beifang und
Rückwurf sind in Geldmitteln ausdrückbar: So verenden allein in der zentralen
und südlichen Nordsee pro Jahr über 7.500 Schweinswale qualvoll als Beifang bei
den Fischereien auf Steinbutt und Kabeljau. Weltweit sterben jährlich 12
Millionen Haie sowie 30.000 Karett- und Suppenschildkröten als Beifang.
"Die viel zu hohen Beifänge in der
Fischerei müssen schnell reduziert werden", sagte Heike Vesper. Der WWF
fordert Renate Künast auf, im Rahmen der Reform der EU-Fischereipolitik
sicherzustellen, dass langjährige Bewirtschaftungspläne für Fischbestände
eingeführt werden, und Fanggebiete zum Schutz von Jung- und Altfischen
geschlossen werden. Auch das bisherige Quotensystem muss verändert werden, so
dass alle gefangenen Fische, auch angelandet werden und nicht wie bisher, ein
Großteil der Fänge ins Meer zurückgeworfen wird."
Quelle: Pressemitteilung des WWF - www.wwf.de