16.06.2004
„Löffler“ erstmals auf der Vogelinsel
Trischen (Natur)
Im
HAMBURGER ABENDBLATT (16.06.04) wird darüber berichtet, dass auf der Vogelinsel
Trischen („Betreten verboten!“; 180 Hektar; 6.000 Vogelgelege; Vogelwart:
Sebastian Berger; Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer) erstmals Löffler brüten,
ein erst seit wenigen Jahren in Deutschland heimischer Brutvogel. Die Löffler
brüten in den Dünen am Rand einer Silbermöwenkolonie. 15 Jungvögel wurden
dieses Jahr vom Vogelwart gezählt.
Dieses
Auftreten der Löffler passt in eine Entwicklung, die für Trischen typisch ist.
In den 50er Jahre des letzten Jahrhunderts dominierten noch die Fluss- und
Küstenseeschwalben (max. 9.000 Paare): Derzeit sind die Silbermöwen in der
Mehrzahl. Und der bisherige „Charaktervogel“ Trischens, die Brandseeschwalbe,
brütet dieses Jahr überhaupt nicht mehr auf dieser Watteninsel ca. 5 km
westlich von Friedrichskoog: „Knapp 100 Brutpaare hatten sich im Frühjahr noch
angesiedelt, aber schon wenige Tage später ihre Kolonie wieder aufgegeben. Es
ist ein Teil der Dynamik: Es kommen Vögel, und es gehen Vögel.“ (S.Berger)
Was aber sind
nun Löffler?
Nun,
der Löffler (Platalea leucorodia) gehört zu den „Ibisvögeln“ (wie der
„Sichler“), ähnelt aber vom weiten dem jedoch kleineren Seidenreiher: bei haben
ein weißliches Federkleid und am Kopf einen Federschopf. Deutlich erkennbar ist
jedoch der Löffler an seinem markanten, am Ende löffelartig verbreiterten
Schnabel. Außerdem ist beim näheren Hinauschauen das Gefieder der Seidenreiher
schneeweiß und das der Löffler eher cremweiß. Löffler sind ca. 80-90 cm lang
und haben eine Spannweite von ca. 130-150 cm (Graureiher: 90-100cm bzw.
175-195cm).
Text: Udo Beier
Literatur: F.Sauer:
Wasservögel (Mosaik-Verlag 1982), S.74f.
Fotos &
weitere Infos: www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00005/HWG00005.html