27.08.2004
Messstation südwestlich von Spiekeroog
(Natur)
Wer
von Neuharlingersiel aus kommend das OB-Fahrwasser hinunter in Richtung
Zeltplatz Spiekeroog paddelt, kommt kurz vor der Steuerbord-Tonne OB 9 an zwei
gelben Dauermessstationen vorbei. Auf der Seekarte wird die westlich gelegene
Station mit „FL.Y.4s – Mess-G.“ bezeichnet, d.h. bei schlechter Sicht strahlt
das Messgerät ein Blitzfeuer aus, welches alle 4 Sekunden wiederkehrt.
Aber
welchem Zweck dienen diese beiden im August 2002 nahe der Wattkante von
Spiekeroogs Südwestspitze errichteten Dauermessstationen?
Nun,
sie ermöglichen Untersuchungen darüber, wie ökologische Prozesse im bedrohten
„Lebensraum Wattenmeer“ ablaufen. Untersucht werden dabei im Einzelnen die
Wasserströmungen und die Beschaffenheit, die Hydrodynamik und Morphologie des
Watts sowie die biogeochemischen Prozesse an Partikeln in der Wassersäule, an
der Sediment-Wasser-Grenze und in den Wattsedimenten mit einer Vielzahl
moderner Analysemethoden.
Man
geht dabei davon aus, das längerfristige natürliche
Veränderungen im Sedimenthaushalt sich auch auf das Ökosystem auswirken, weil
sich die Ansiedlungsbedingungen am Meeresboden verändern werden. Mit Hilfe der
Messstationen erhofft man, Daten zu gewinnen, aus denen man die Unterschiede
zwischen den Spätfolgen des Deichbaus und den Einflüssen eines langfristigen,
klimatisch bedingten Meeresspielanstiegs herausarbeiten kann. Mit dem Deichbau
gingen nämlich die ruhigen Auslaufzonen für das Wasser verloren. Es wird
vermutet, dass deshalb die Sedimente im Watt an feinkörnigem Material verarmen,
da der Schlick in der Schwebe gehalten wird und sich nicht absetzen kann.
Schiffsgestützte Messungen haben dies bisher nicht bestätigen können.
Mathematische Modelle zeigen jedoch, dass ab 8 Bft. Wind, wenn die
Küstenforschungsschiffe nicht mehr einsetzbar sind, Sedimente aus dem Watt ins
Meer verloren gehen.
Quelle: DFG-Forschung,
Nr. 2/04, S.4-8 – www.dfg.de