14.09.2004 Mehr Allianzen
zwischen Sport und Naturschutz (Natur)
„Für mehr Allianzen zwischen Sport und Naturschutz hat sich
Bundesumweltminister Jürgen Trittin anlässlich der Eröffnung des 2. Kongresses
„Umwelt,
Naturschutz und Sport im Dialog“
in der Deutschen Sporthochschule Köln ausgesprochen. „Wanderer,
Kanufahrer, Reiter und Taucher sind Partner langfristigen Naturschutzes, denn
sie haben großes Interesse an zusammenhängenden und vielfältigen Naturräumen“,
sagte Trittin. Deshalb gehe es bei der Ausweisung von Schutzgebieten in erster
Linie darum, Regeln zu entwickeln, um die Schutzziele zu unterstützen und eine
natur- und landschaftsverträgliche Sportausübung zu ermöglichen. „Ein
Schutzgebiet profitiert davon, dass viele Menschen es kennen und schätzen“,
sagte der Bundesumweltminister.
Die Zahl der regelmässig in der Natur Sport treibenden wird in
Deutschland auf rund 15 Millionen geschätzt. Häufig sind räumliche und, gerade
in Ferienzeiten, auch zeitliche Konzentrationen auf bestimmte Regionen zu
beobachten. Frösche, Krebse und Adler erleben dann plötzlich einen geballten
Ansturm von Zweibeinern, die auf Skiern, in Kanus, mit dem Rad oder dem
Paraglider in ihr Gebiet eindringen. „Dabei geraten Outdoor-Sportler nicht nur
mit der Natur, sondern oftmals auch untereinander in Konflikte“, sagte der
Bundesumweltminister und plädierte dafür, vor Ort zu diskutieren und zu
entscheiden, wie ein Interessenausgleich aussehen könnte. „Eine Entzerrung der
verschiedenen Aktivitäten liegt also sowohl im Interesse des Naturschutzes als
auch des Sports. Dabei sind Angebote erfahrungsgemäss sinnvoller als Verbote“,
betonte Trittin.
Der Bundesumweltminister wies darauf hin, dass auch die ökologisch
verträgliche Ausrichtung von Sportveranstaltungen, insbesondere wenn sie in der
Natur stattfinden, zunehmende Bedeutung gewinnt. Grosse nationale und
internationale Sportorganisationen verschliessen sich diesem Thema längst nicht
mehr. Und auch die Umweltpolitiker hätten die Chance ergriffen, über den Sport
Umweltbewusstsein zu fördern. „Ich halte es aber für ebenso wichtig, dass sich
Sport- und Umweltorganisationen auch in den Regionen gemeinsam für eine umwelt-
und naturverträgliche Ausrichtung auch kleiner Sportereignisse einsetzen.
Fordern statt verweigern könnte aus meiner Sicht hier eine neue Strategie
lauten,“ sagte Trittin. …“
Quelle: BMU-Pressedienst
Nr. 267/04 v. 14.09.04 – www.bmu.de/presse