6.12.2004 Klimawandel killt
Korallen (Natur)
In einer WWF-Pressemitteilung wird darüber berichtet, dass das
Korallensterben weiter geht.
„Weltweit sind
mehr als zwei Drittel der Korallenriffe durch den Klimawandel bedroht und zum
Teil bereits schwer geschädigt. Zu diesem Ergebnis kommt ein heute vorgestellter
Statusbericht zur weltweiten Lage der Korallenriffe. Für den WWF, der an der
Untersuchung beteiligt war, ist das ein weiteres Alarmsignal. Die
Naturschutzorganisation befürchtet, dass schon jetzt etwa 20 Prozent der Riffe
wohl nicht mehr zu retten seien. „Wenn es nicht gelingt, den Temperaturanstieg
zu begrenzen, kommt dies einem Todesurteil für die Regenwälder der Meere
gleich“, betont Regine Günther, Leiterin des Referats Klimaschutz beim WWF
Deutschland. Korallenriffe gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde.
Der heute in
Washington vorgestellte Bericht fasst die Erkenntnisse von 240 Experten aus 96
Ländern zusammen. Demnach setzt sich der beobachtete Trend des Ausbleichens der
Korallen fort. Die Riffe reagieren extrem empfindlich auf
Temperaturschwankungen. Erwärmt sich das Meerwasser, stoßen die Korallen die in
ihrem Gewebe lebenden Algen ab. Das dadurch bedingte Ausbleichen hat weltweit
bereits 16 Prozent der Korallenriffe schwer geschädigt.
Hinzu kommt die
steigende CO2- Konzentration im Meer. Sie verursacht eine Abnahme des
Kalkgehalts im Wasser, wodurch wiederum der Aufbau der Korallen geschwächt
wird. Bis Mitte dieses Jahrhunderts wird eine Verdoppelung des
Kohlendioxid-Ausstoßes vorausgesagt. Korallen-Experten befürchten, dass dadurch
der Kalkgehalt der Korallen um 40 Prozent reduziert werden könnte.
Der Bericht
macht deutlich, dass es auf dem zurzeit in Buenos Aires stattfindenden
Klimagipfel (CoP10) nicht um die Bekämpfung eines abstrakten Problems geht.
„Der Klimawandel findet längst statt und je entschlossener die Staaten ihren
Ausstoß an Treibhausgasen verringern, desto höher sind die Chancen die Folgen
in halbwegs akzeptablen Grenzen zu halten“, betont Regine Günther vom WWF. Das
Kyoto-Protokoll, das im Februar 2005 in Kraft tritt, sei ein wichtiger erster
Schritt aber nur der Anfang. Überdies müsse sichergestellt werden, dass die
großen Verursacher, allen voran die USA, stärker in die Pflicht genommen
werden.“
Quelle: WWF-Pressemitteilung v. 6.12.2004
Link: www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02237/druck.html