16.12.2004
Klimawandel im Wattenmeer (Natur)
In
den schleswig-holsteinischen NATIONALPARK NACHRICHTEN zeigt Thomas Borchardt in
dem Beitrag:
„Klimawandel
im Wattenmeer“
einige
Veränderungen der Küstenfauna auf, die sicherlich auch auf die Folgen der
globalen Erwärmung zurückzuführen sind:
- Auf den Miesmuschelbänken
stapeln sich große Mengen Amerikanischer Pantoffelschnecken, die
ursprünglich u.a. im Golf von Mexiko beheimatet sind.
- In den
letzten Jahren haben die Pazifische Austern, die für den Besatz von
Austernkulturen importiert wurden, massenweise vermehrt. Vor 2 Jahrzehnten
waren sich die Fachleute sicher, dass die aus Japan stammende Art in der
kühlen Nordsee keinen Nachwuchs bekommen kann.
- Der
Bestand an Miesmuscheln geht stetig zurück, da wegen der milden
Winter sich die Fressfeinde der Jungmuscheln, wie z.B. die kleine
Strandkrabbe, sehr früh entwickeln konnten.
- Wärme
liebende Arten, wie z.B. Sardellen, Sardinen, Kalamare
und auch die Streifenbarbe sowie Wolfsbarsche, haben
zugenommen. In der Meldorfer Bucht wurden sogar frisch geschlüpfte Sardellen
gefangen.
- Die
heimischen Bestände des Kabeljau gingen drastisch zurück. Ein Grund
liegt in der Überfischung, ein andere in den erhöhten Temperaturen, die
den Kabeljau dazu veranlassen, sich in nördliche Gefilde sich
zurückzuziehen.
- Hummerlarven schlüpfen
mittlerweile zu früh und verharren dadurch so lange in ihrem wehrlosen
Schwimmstadium, dass Räuber sie ohne Eile in großen Mengen vertilgen
können.
- Ebenfalls
befinden sich die Schollen auf dem Rückzug, da Jungschollen leichte
Beute größerer Fische werden, wenn sie das Schutz bietende, aber zu warme
Watt frühzeitig verlassen.
- Selbst
die Seehunde haben ihre Wurfzeit innerhalb der letzten 20 Jahre um
3 Wochen auf Anfang Juni vorverlegt.
„Der Wandel im
Wattenmeer geht offenbar nur in eine Richtung: Wärme liebende Arten wandern ein
und vermehren sich, und die Lebenszyklen verschiedener Arten beginnen früher im
Jahr. Manche Arten profitieren davon, andere stehen auf der Verliererseite.“
Aber:
„Am Beispiel der kälteempfindlichen Trogmuschel,
deren Bestände sich nach dem Eiswinter von 19995/96 bis heute nicht mehr erholt
haben, zeigt sich, dass ein einziger harter Winter die Situation kurz- bis
mittelfristig umkehren kann. … Zumindest eine Zeit lang.“
Quelle: NATIONALPARK
NACHRICHTEN, Nr. 11-12/04 – www.wattenmeer-nationalpark.de