25.02.2005 Schweinswalschutz in Schleswig-Holstein
(Natur)
„Eine neue
Fassung der Küstenfischereiordnung (KüFO) ist in Schleswig-Holstein seit dem
18.02.2005 in Kraft. Damit gibt es endlich klare Bestimmungen für das zum
Nationalpark Wattenmeer gehörende Walschutzgebiet bei Sylt.
In der gesamten
Nordsee verenden jährlich tausende von Tieren unserer einzigen heimischen
Walart als Beifang in Fischernetzen. Die Rede ist vom Schweinswal. Vor allem so
genannte Stellnetze sind eine große Gefahr für diese bedrohten Meeressäuger.
Damit soll zumindest im Walschutzgebiet vor der Insel Sylt jetzt Schluss sein.
Das Kieler Umweltministerium hat neue Regelungen für den Schweinswalschutz in
die Küstenfischerei Ordnung (KüFO) eingearbeitet. Danach dürfen Stellnetze im Walschutzgebiet
nur noch eine maximale Höhe von 1,30 m und eine maximale Maschenweite von 150
mm haben. Nach den bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen sollen solche
Netze für Schweinswale weitgehend ungefährlich sein. Um dieses zu überprüfen,
müssen künftig jedoch alle Schweinswalbeifänge gemeldet werden.
Die
Naturschutzverbände Schutzstation Wattenmeer und WWF begrüßen die erneuerte
Verordnung als einen Schritt in die richtige Richtung: “Entscheidend für die Schweinswale
ist jedoch, dass diese Regelung auch ins EU-Recht übertragen wird, erklärt
Heike Weigt, Biologin bei der Schutzstation Wattenmeer, "damit die neuen
Vorgaben nicht nur für deutsche Fischer gelten, sondern auch für deren Kollegen
aus Dänemark, die ebenfalls im Walschutzgebiet fischen dürfen." Es ist
deshalb erfreulich, dass zeitgleich mit dem Inkrafttreten der neuen KüFO eine
umfassende Begründung für die Übernahme ins EU-Recht über Berlin nach Brüssel
geschickt wird. Um die Schweinswale der Nordsee zu retten ist darüber hinaus
noch mehr erforderlich: “Auch die anderen Gebiete in denen Schweinswale
besonders häufig sind müssen vor Stellnetzen geschützt werden, so Dr.
Hans-Ulrich Rösner vom WWF und fordert dringend auch mehr Forschung für ungefährliche
Fischereitechniken.
Quelle: Presseinformation des NationalparkHaus
Hafen Husum – husum@wwf.de