29.03.2005
Lassen Sonnenflecken Pottwale stranden? (Natur)
In
den NATIONALPARK NACHRICHTEN (ein Info-Blatt des Nationalparkamt
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer) wird über die These des Physikers Klaus
Vanselow (Forschungs- und Technologiezentrum Westküste, Büsum) berichtet, dass. „nicht nur die Verlärmung der Meere oder
ihre Schadstoffe, sondern auch Sonnenflecken Pottwalstrandungen verursachen
können“. Diese These, welche im Journal of Sea Reseach veröffentlicht wird,
lautet wie folgt:
„… Die Sonne
ist ein pulsierender Feuerball. Etwa im 11-jährigen Rhythmus schleudert sie
besonders große Mengen von ionisierter Materie aus. … Die Wirkung der Sonne ist
so stark, dass das Magnetfeld der Erde geringfügig verbogen werden kann. Das
Magnetfeld ist ohnehin nicht so gleichmäßig, wie man es aus Schulbüchern kennt.
Die Zusammensetzung der Erdkruste, beispielsweise der Gehalt an Eisen, erzeugt
Magnetfeldanomalien. Wandernden Tieren, wie Bienen, Vögeln oder Fischen, bietet
sie zusätzliche Orientierungsmöglichkeiten. Diese beständigen
Magnetfeldanomalien haben etwa die gleiche Stärke wie die kurzzeitigen,
sonnenerzeugten Erdmagnetfeldstörungen. Pottwale, die sich bei ihrer Wanderung
am Magnetfeld orientieren, nehmen sie daher in gleicher Weise wahr. Verändern
sich die Feldlinien kurzzeitig, können die Tiere in die Irre geleitet werden
und schwimmen in die flache Nordsee, anstatt sie links liegen zu lassen.
In den vergangenen
291 Jahren, von 1712 bis 2003, wurden 97 Pottwalstrandungen mit insgesamt über
200 Tieren in der Nordsee registriert. Klaus Vanselow und Klaus Ricklefs zeigen
in ihrem Artikel, dass dies meistens bei kurzen Sonnenzyklen (9 bis 11 Jahre)
der Fall war. Die Sonne ist dann besonders aktiv. Bei längeren Sonnenzyklen (11
bis 13 Jahre) gab es dagegen kaum Strandungen …“.
Quelle: NATIONALPARK
NACHRICHTEN, Nr. 1-3/2005, S.2 – www.wattenmeer-nationalpark.de