26.04.2005 Stör kommt
wieder zurück nach Deutschland (Natur)
In einer gemeinsame Pressemitteilung der Bundesministerium für
Umwelt sowie Bildung und Forschung wird Folgendes berichtet:
„Der
Amerikanische Atlantische Stör (Acipenser oxyrinchus) kehrt nach Deutschland
zurück. 20 geschlechtsreife Tiere der in deutschen Gewässern als ausgestorbenen
geltenden Fischart landen am morgigen Mittwoch am Flughafen in Frankfurt/Main.
Zusammen mit dem Huntsman Marine Science Center (HMSC) im kanadischen St.
Andrews hatte ein Wissenschaftler-Team des Leibniz-Instituts fuer
Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin die Fische in den
vergangenen drei Jahren im kanadischen St. John Fluss gefangen und eingewöhnt.
Das Bundesumwelt- und das Bundesforschungsministerium unterstützen gemeinsam
die Wiederansiedelung von Stören in den Zuflüssen von Nord- und Ostsee seit
1996 mit mehr als 1,8 Millionen Euro.
Die aus Kanada
eintreffenden Fische bilden die Keimzelle des Nachzuchtprogramms zur Wiederansiedlung
des Störs in der Ostsee. Am Frankfurter Flughafen werden die Tiere auf einen
Fischtransporter umgeladen, der sie in eine neu gebaute Quarantänehaltung der
Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in
Mecklenburg-Vorpommern bringt. Dort werden sich die Störe weiter vermehren.
Ihre Nachkommen sollen spätestens im Sommer 2006 in die Oder entlassen werden.
Bis Ende des
19. Jahrhunderts lebten Stoere in allen grossen deutschen Flüssen.
Verschmutzung, Gewässerverbauung und starke Überfischung machten dem Stör das
Überleben jedoch unmöglich. Störe können bis zu vier Meter lang und 100
Kilogramm schwer werden. Sie ernähren sich von kleinen, wirbellosen Tieren wie
beispielsweise Garnelen.
Die
Bundesregierung sieht infolge der geplanten Wiederansiedlung auch ein Potenzial
für die Entwicklung der deutschen Küsten- und Binnenfischerei. Sollte in
einigen Jahren der Nachweis ausreichend grosser und sich natürlich
reproduzierender Bestände erbracht werden, ist langfristig eine regulierte,
überwachte Fischerei auf heimische Störarten vorstellbar. Der Zeithorizont
hierfür liegt allerdings eher in Jahrzehnten als in Jahren.
Das IGB wird zu
je gleichen Teilen vom Bund und dem Land Berlin finanziert. Derzeit wird am IGB
mit zusätzlicher Förderung durch die EU eine neue Aquarienhalle gebaut, in die
ein Teil der Störe einziehen wird.
Der Bund plant,
das Vorhaben „Wissenschaftliche Begleitung der Aussetzung der Störe in der
Oderregion/Ostsee" von 2005 bis 2008 mit weiteren 700.000 Euro zu fördern.“
Quelle: BMU-Pressedienst
v. 26.04.05
Links:
è www.igb-berlin.de/institut/frameset/instframeset_d.html