25.06.2005
22 WWF-Urlaubstipps
(Ausbildung/Natur)
Auf
der WWF-Homepage werden insgesamt 22 Tipps zur umweltschonenden
Urlaubsgestaltung, und zwar unterteilt in die 5 Kategorien:
Im
Folgenden sollen die einzelnen – leicht überarbeiteten, da am Küstenkanuwandern
ausgerichteten - Tipps vorgestellt werden:
I. Der Weg zum Ziel
Die richtigen Weichen für einen umwelt- und naturverträglichen
Urlaub werden bereits vor der Reise gestellt. Überschlagen Sie einmal Ihre persönliche
Energiebilanz. Und beziehen Sie die Natur in Ihre Planungen mit ein:
1. Wie weit wollen Sie reisen? Müssen Sie zum Erholen 1.000 oder 10.000
Kilometer weit fahren oder fliegen? Müssen es die Bahamas sein oder können Sie
sich auch auf Borkum oder Rügen paddeln, sonnen und entspannen? Je näher Ihr
Urlaubsziel, desto geringer Ihr Energieverbrauch und Ihre Emissionen.
2. Prüfen Sie: Lohnt der Aufwand? Passen Sie die
Dauer Ihrer Reise der Entfernung an. Lohnt es sich wirklich, für eine 2-tägige
Paddeltour hunderte von Kilometer mit dem Autor zu fahren. Außerdem: Ein
Rundtour mit dem Kajak, bei der Sie wieder an den Startort zurückkehren, ist
erholsamer und umweltfreundlicher als einfach nur Strecke zu paddeln und Autos
„umzusetzen“.
3. Fragen Sie nach bei exotischen Reisezielen: Können die
Einheimischen von Ihnen profitieren? Informieren Sie sich über die Situation
vor Ort. So wichtig und sinnvoll für manche Regionen der Tourismus sein kann,
so schädlich kann er sich auf noch unberührte Landstriche und Dörfer oder
beispielsweise in Dürre- oder Krisengebieten auswirken.
4. Meiden Sie Reiseziele mit mangelhaften Umwelt- und
Naturschutzstandards – zum Beispiel mit unkontrolliertem Bauboom,
schmutzigen Stränden oder verunreinigtem Meer durch ungeklärte
Abwassereinleitungen.
5. Bevorzugen Sie Reiseunternehmen, die sich umweltfreundlich
präsentieren: Indem sie zum Beispiel über die Umwelt in den
Urlaubsregionen informieren, eigene Umweltkriterien für Hotels oder
Verkehrsmittel nennen und regelmäßige Sonderabgaben für regionale
Umweltschutzeinrichtungen zahlen oder umweltfreundliche Verkehrsmittel
bevorzugen.
6. Es muss nicht immer das Auto sein: Gerade im
Sommer trägt die Blechlawine neben dem hohen Energieverbrauch zur klima- und
gesundheitsschädlichen Ozonbelastung der Luft bei – von Stress und Unfallgefahr
ganz zu schweigen. So kann auch die Anreise bereits Urlaub sein: im Zug oder
auf dem Schiff. Holen Sie also mal Ihr Faltboot heraus und reisen Sie mit Bahn
bzw. Schiff an. Mitunter ist Anreise per Bahn oder (Fähr-)Schiff gar nicht
teurer oder langsamer als der eigene Pkw.
II. Im Urlaubsland
7. Respektieren Sie die kulturellen Sitten und Gepflogenheiten der
einheimischen Bevölkerung. Passen Sie sich beispielsweise bei der
Ernährung weitgehend den Landessitten an. Oder müssen wegen Ihnen extra
deutsche Würstchen eingeflogen werden? Lassen Sie sich inspirieren und seien
Sie bereit für Neues.
8. Buchen Sie Unterkunft und Verpflegung möglichst mit
landestypischem Komfort. So erleben Sie nicht nur mehr, sondern tragen
auch dazu bei, dass die Einheimischen von Ihrem Besuch profitieren. Natürlich
hat Küstenkanuwandern auch immer etwas mit Zelten & Selbstverpflegung zu
tun, aber gerade am Anfang & Ende einer Tour und manchmal auch zwischen kann
man durch die Inanspruchnahme einheimischer Angebot zeigen, dass man die Natur,
deren Erhalt Sie ja den Einheimischen zu verdanken haben, nicht zum
„Null-Tarif“ nutzen wollen.
9. Klären Sie interessierte Einheimisch über Ihre Reisepläne auf
und nutzen Sie – sofern vorhanden - das Angebot ortsansässige und naturkundige
Führer. Auf diese Weise fördern sie bei Einheimischen den Wert ihrer
intakten Natur.
10. Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel vor Ort: Nicht überall
sind Sie auf das eigene Auto oder einen Leihwagen angewiesen. Linienbusse oder
Fähren gibt es in vielen Regionen. Mitunter übernimmt auch ein Einheimischer
mit seinem privaten Fahrzeug den Transport zum gewünschten Einsatzort. Weiterer
Vorteil: So lernen Sie besser Land und Leute kennen.
11. Bevorzugen Sie Frischware aus der regionalen Landwirtschaft statt
importierter, abgepackter Lebensmittel.
12. Verzichten Sie auf den Verzehr exotischer Speisen aus
gefährdeten Arten – wie etwa Schildkröten, Wale oder Schlangen.
III. Aktiv vor Ort
13. Nutzen Sie Angebote, bei denen Sie Natur wirklich erleben
können, ohne sie dabei zu zerstören – zum Beispiel geführte Wanderungen
oder Tierbeobachtungen in Nationalparken, Radtouren, Flussfahrten mit
regionaltypischen Booten und ähnliches. Vermeiden Sie zum Beispiel
Mountainbiking und Wandern querfeldein. Oder Bootsfahrten in ausgewiesenen
Wasserschutzgebieten.
14. Verzichten Sie auf Sportarten, die den örtlichen Verhältnissen
nicht angemessen sind und viel Energie oder Wasser verbrauchen – zum Beispiel
Offroadtouren, Gleitschirmfliegen in Vogelbrutgebieten oder Freeclimbing in
Schutzgebieten. Meiden Sie auch Golfplätze in Trockengebieten oder
Tennisanlagen mit Flutlichtbetrieb.
IV. Umweltschutz vor Ort
Was zu Hause sinnvoll ist, ist es auch im Urlaub – behalten Sie
Ihre umweltbewusste Lebensweise doch einfach bei. Das wird nicht immer möglich
sein, aber vielleicht sorgt Ihre Nachfrage auch für ein Umdenken anderswo:
15. Beschränken Sie den Hotelservice umweltbewusst. Fast
selbstverständlich ist es mittlerweile auch in anderen Ländern zum Beispiel,
Handtücher mehrere Tage zu benutzen.
16. Reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch – vor allem im
Sommer und in heißen Regionen.
17. Entscheiden Sie sich für Unterkünfte mit einer Bauweise, die
der sommerlichen Hitze natürlich trotzt. So tragen Sie nicht zum immensen
Stromverbrauch durch Klimaanlagen bei.
18. Vermeiden Sie auch im Urlaub Müll und verzichten
Sie zum Beispiel, wo möglich, auf Einwegverpackungen. Und: Verlassen Sie sich
nicht auf die Müllabfuhr am Strand. Entsorgen Sie bitte Ihren Unrat selbst.
Überlegen Sie es sich, Ihren Plastikmüll wieder mit nach Hause zu nehmen; denn
lassen Sie den im Urlaubsland zurück, landet er u.U. in einer Schlucht, in
einem Bachbett oder im Meer.
V. Bevor es nach Hause geht
Wer verreist, möchte meist auch etwas mit nach Hause bringen:
Vielleicht sogar lebende oder tote Tiere und Pflanzen aus der Wildnis – oder
Produkte, die aus diesen hergestellt wurden. Die aber sind meist wenig
naturfreundlich entnommen worden.
19. Bedrohte Arten gehören nicht ins Gepäck: Viele Muscheln
und Schnecken zum Beispiel sind geschützt. Wertvolle schwarze Korallen etwa
werden für die Herstellung von Schmuck ausgebeutet. Durch den Kauf dieser
Souvenirs zerstören Sie nicht nur die Tiere selbst, sondern wie im Falle der
Korallen auch lange gewachsene Meereslebensräume. Zum Schutz gefährdeter Tier-
und Pflanzenarten existieren nationale Gesetze sowie internationale Abkommen.
Informieren Sie sich vor einem Kauf.
20. Verzichten Sie auch auf Produkte, die aus gefährdeten
Tierarten hergestellt wurden: Ohne spezielle Genehmigung dürfen Sie keine
Handtaschen, Geldbörsen, Gürtel oder ähnliches aus Krokodil-, Kaiman-,
Schlangen- oder Eidechsenhaut in die Europäische Union einführen – es sei denn,
die Produkte stammen aus einer kontrollierten Nutzung und sind entsprechend
zertifiziert. Nehmen Sie auch Abstand von Produkten aus Elfenbein, Wal-,
Walross- oder Flusspferdzähnen.
21. Vermeiden Sie den Kauf von Schnitzereien aus geschützten
seltenen Tropenhölzern: Hier raten wir Ihnen – auch zur eigenen
Sicherheit –, nur Schnitzereien aus Obstbäumen, Kokospalme oder Niemholz zu
kaufen, die auch als solche ausgewiesen sind. Denn ohne spezielle Genehmigung
droht auch hier eine Strafe bei der Einfuhr.
22. Verzichten Sie ganz auf lebende Souvenirs – seien es
Affen, Vögel, Reptilien oder auch exotische Pflanzen. Bei deren Einfuhr müssen
nicht nur aufwändige und teure Quarantäneregelungen eingehalten werden. Viele
Arten fallen auch unter Schutzbestimmungen, die die Aus- und Einfuhr entweder
völlig untersagen oder zumindest aufwändige behördliche Genehmigungen
erfordern.
Wohin auch immer Sie verreisen: Das Internet-Team des WWF wünscht
Ihnen eine schöne, erholsame Urlaubszeit!
Link: www.wwf.de