29.11.2005:
„Schlaue Netze“: Erfindungen gegen
sinnlose Beifänge (Natur)
In einer WWF-Presseinfo wird für Erfindungen gegen sinnlose
Beifänge aufgerufen: Das Preisgeld beträgt 30.000 Euro:
„Der WWF startet heute seinen zweiten internationalen Wettbewerb
für „schlaue Netze“. Den Erfindern von innovativem Fischereigerät, mit dem die
Umwelt geschont und vor allem die Zahl der ungewollten Beifänge deutlich
reduziert werden kann, winken Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro.
„Hunderttausende Wale, Delfine, Meeresschildkröten und Seevögel verenden
jährlich in den Netzen der Fischer, obwohl sie wirtschaftlich bedeutungslos
sind. Diesen zerstörerischen Beifang wollen wir mit unserem
Innovations-Wettbewerb deutlich verringern“, so WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper.
Gezielte Fangmethoden schonen nach Ansicht des WWF nicht nur die
Umwelt, sondern auch den Geldbeutel der Fischer. „Der ungewollte Beifang von
Kleinfischen, deren Verkauf nicht erlaubt ist, führt zu erheblichen
finanziellen Verlusten“, erklärt die WWF-Expertin.
Der WWF-Wettbewerb steht Teilnehmern aus der Fischereiindustrie
ebenso offen wie Ingeneuren, Wissenschaftlern, Studenten oder interessierten
Laien. Die Vorschläge für innovatives Fischereigerät sollen umweltschonend und
praktikabel sein. Die Neuentwicklungen müssen bis zum 15. März 2006 als
einsatzfähiger Prototyp vorliegen (Teilnahmebedingungen unter www.smartgear.org). Eine internationale
Jury aus Fischern, Wissenschaftlern, Ingeneuren und Umweltschützern wählt dann
die Preisträger aus.
Der erste Wettbewerb für „schlaue Netze“ hatte der WWF 2004
ausgerufen. Den Hauptpreis gewann ein US-amerikanischer Erfinder, der mit
seinem Beitrag den Beifang von Meeresschildkröten reduzieren konnte. Er hatte
Langleinen, die zum Fischfang ausgebracht werden, mit Stahlgewichten beschwert,
um die Köder auf eine Tiefe von über hundert Metern zu drücken. In dieser Tiefe
kommen die Schildkröten deutlich seltener vor.
Der Beifang gilt als eine der größten Bedrohungen für das
Ökosystem Meer. Mehr als ein Viertel aller Fänge werden nach WWF-Angaben wieder
über Bord geworfen – mehr als 20 Millionen Tonnen pro Jahr.“
Link: www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02791/
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