16.12.2005 Löffler Ahoi! (Natur)
In
der WWF-Zeitschrift WATTENMEER INTERNATIONAL berichtet Klaus Günter (Schutzstation Wattenmeer) in dem Beitrag:
„Löffler auf Erfolgskurs“
darüber,
dass der Löffler (Platalea
leucorodia) immer häufiger im deutschen Wattenmeer beobachtet werden kann, was
noch vor 20 Jahren eine Seltenheit war. In der Zwischenzeit haben sich die
reiherartigen Watvögel mit dem breiten Löffelschnabel, die teilweise zu den Ibisvögeln gezählt werden, sogar als
Brutvögel angesiedelt. Insgesamt werden derzeit 136 Brutpaare gezählt.
Zum Löffler:
Größe: 80-90 cm lang, mit einer Spannweite von bis zu
130 cm
Farbe: cremweißes Gefieder, rötlichgelbes Brustband
bei den Männchen; schwarze Beine, ab dem 3. Jahr: gelblicher Federschopf am Kopf,
der bis zum Nacken reicht, beim Weibchen etwas kürzer;
Schnabel: lang und löffelförmig;
am Boden: Schreiten wie Störche;
in der Luft: Flug mit ausgestrecktem Hals mit raschen
Flügelschlägen im Wechsel mit Segelflug;
Vogelzug: April/September – Mittelmeer/Afrika;
Leben: vielfach in Kolonien;
Nahrungssuche: im 10-20 cm tiefen Flachwasser;
Brut: gebrütet wird vorzugsweise in weitläufigen
ungestörten Salzwiesen und Schilfszonen, ab und an in Büschen und auf Bäumen;
Nest: ½ m hohes „Turmnest“, welches vor Überflutungen
schützt;
Junge: sie tun sich vielfach zu „Krippen“ zusammen
und werden von allen Alttieren ernährt; nach 2 Monaten sind sie flügge; dann
geht es erstmal für 1-2 Jahre in den Süden;
Der
ins deutsche Wattenmeer vorgedrungene Löffler kommt aus den Niederlanden, wo
eine Löfflerpopulation aus dem ehemals größeren nordwesteuropäischen Bestand im
letzten Jahrhundert überlebte. Ende der 60er-Jahre gab es dort noch ca. 150
Brutpaare, im Jahr 2004 insgesamt 1.671 Paare! D.h. wenn alles sich so weiter entwickelt
wie in den Niederlanden, werden wir in 40 Jahren ebenso viele Löfflerpaar im
deutschen Wattenmeer antreffen können.
Zunächst
tauchten die Löffler in Niedersachen, nun auch in Schleswig-Holstein auf. Auf
der Vogelinsel Memmert (Ostfriesland) gelangen 1995 die ersten Brutnachweise.
1996 kam die Watteninsel Mellum dazu und ab 2003 die Inseln Spiekeroog, Baltrum
und Norderney. Ab 2000 siedelten sich die Löffler in Nordfriesland an, zunächst
auf Hallig Oland und ab 2002 auch auf Trieschen.
In
Dänemark haben die Löffler das Wattenmeer übersprungen. Sie siedelten
stattdessen gleich im Ringköbing- und Limfjord an.
Außerdem
hat sich in Spanien der Bestand an Löffler recht positiv entwickelt (ca. 1.800
Paare).
Text: U.Beier – www.kanu.de/kueste/
Quelle: WATTENMEER INTERNATIONAL,
Nr. 2/05, S.24 – www.wwf.de
Link: www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00005/HWG00005.html (mit Fotos)
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