02.05.2007 Schaumteppiche am Spülsaumen der Nordseeinseln (Natur)
Warum schäumt es gerade
Mitte Mai eines jeden Jahres entlang des Spülsaumes u.a. der nord- und
ostfriesischen Inseln? Schuld daran sind u.a. die Schaumalgen (Phaeocystis):
- Im kalten Wasser der Winterzeit sammeln sich
Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat und Silikat, die von Land her
eingespült werden.
- Mit der allmählichen Erwärmung des Wassers
beginnen sich die einzelligen Pflanzen im Meer, das sog. Phytoplankton, zu
entwickeln. Dank des reichlich vorhanden Nährstoffvorrats findet
regelrecht eine Art Massenentwicklung statt, die am braun eingetrübten
Nordseewasser und an den Schaumteppichen zu erkennen ist, wobei die
Schaumteppiche auf das Eiweiß zurückzuführen ist, dass insbesondere in der
Schaumalge eingelagert ist.
- Diese Massenentwicklung wird dadurch beendet,
dass (1.) das Plankton den Nährstoff aufbraucht, abstirbt und zu Boden
sinkt, und dass (2.) im allmählich immer wärmer werdenden Wasser die
Filtrierer (z.B. Muscheln wie Pazifische Auster, Amerikanische
Schwertmuschel, Pantoffelschnecke, Miesmuschel) aktiver werden und so viel
Algen fressen, dass diese sich nicht mehr weiter entwickeln können.
- Aber auch der sandige Meeresboden trägt zur
Filtrierung des Wassers bei; denn der Sand wirkt wie ein Filter, durch den
das gesamte Wasser des Wattenmeeres innerhalb von 2 Wochen durchläuft. Die
dort hängen bleibenden Partikel, zu denen auch
das abgestorbene Plankton zählt, dient dann anderen Tieren (z.B.
Wattwürmern) als Nahrung.
Quelle: NATIONALPARK
NACHRICHTEN (SH), März/April 2007
Link: www.wattenmeer-nationalpark.de