10.06.2007 Infos über Schweinswale (Natur)
Die „Gesellschaft zur
Rettung der Delphine e.V.“ (GRD / 1. Vors. Rollo Gebhard) bringt folgende
Infos über Schweinswale:
Bedrohungsfaktoren:
- Waren
die kleinen Wale in früheren Jahrhunderten an den Küsten Nordeuropas und
Deutschlands noch sehr häufig, führt die damals starke Bejagung bis
in die 1950er Jahre zu einem enormen Rückgang.
- Vor
allem in der Ostsee ist der Bestand stark bedroht. Dort leben zwei
genetisch getrennte Populationen. Die westliche ist in den vergangenen 12
Jahren um fast die Hälfte zurückgegangen, während die östliche nur noch
wenige hundert Tiere umfasst und vermutlich bald aussterben wird.
- Umweltgifte und
der ungewollte Beifang in Fischernetzen führen zu weiteren
erheblichen Bestandseinbrüchen.
- Besonders
die Stell- und Treibnetzfischerei fordern viele Todesopfer unter
den Schweinswalen, die eine geringe Reproduktionsrate
aufweisen. Die Tragzeit beträgt etwa 10 bis 11 Monate und die
Jugendsterblichkeit ist hoch, die Kälber werden etwa neun Monate lang
gesäugt.
- In der
Literatur des frühen 20. Jahrhunderts wurde beschrieben, dass Schweinswale
regelmäßig in den großen Flüssen gesichtet wurden. Dann verschwanden sie
aufgrund der menschlichen Aktivitäten. Ihre Rückkehr in Weser und Elbe
lässt verschiedene spekulative Vermutungen zu: Die Überfischung des
Sandaals in der nördlichen Nordsee könnte die Tiere zwingen, auf
andere Beutefische auszuweichen und in die südliche Nordsee abzuwandern
oder aber die Bestände nehmen lokal wieder zu.
- Heutzutage
sind die hauptsächlichen Bedrohungsfaktoren für die Kleinen Tümmler vor
allem der Beifang in Fischernetzen und der Rückgang ihrer
Nahrung durch die industrielle Überfischung und den Klimawandel.
- Zudem
macht ihnen der zunehmende Schiffsverkehr zu schaffen.
- Außerdem
stört der Lärm von seismischen Untersuchungen bei der Öl- und
Gassuche, Rammarbeiten auf See und Sprengungen von Munitionsaltlasten die
sich akustisch orientierenden Meeressäuger massiv und vertreibt sie aus
ihren Lebensräumen.
- Schadstoffe
aus der Industrie und Landwirtschaft, die über die Flüsse ins Meer
getragen werden, reichern sich bei den am Ende der Nahrungskette stehenden
Zahnwalen an und beeinträchtigen ihre Fruchtbarkeit.“
Schutzgesetze:
- Seit
1984 stehen die Schweinswale unter dem Schutz der Bonner Konvention
(Convention on the Conservation of Migratory Species).
- 1993
trat das Kleinwalschutzabkommen ASCOBANS zur Erhaltung der Kleinwale in
Nord- und Ostsee in Kraft.
- Mit der
EU-Habitat-Direktive (FFH-Richtlinie, Natura 2000) sollen die Schweinswale
und Ihre Lebensräume geschützt werden.
- Vor
allem die Kinderstuben, das sind für die Geburt und Jugendaufzucht von den
Meeressäugern aufgesuchten Gebiete, müssen besonders geschützt werden.
Westlich von Sylt befindet sich deshalb das erste und einzige
Walschutzgebiet Deutschlands. Weitere Gebiete sollten folgen.
Link: www.delphinschutz.org bzw. www.weserwale.de