Es ist mal wieder soweit. Um
die 90% aller Brandgänse (Tadorna tadorna) Mittel- und Westeuropas – insgesamt
so um die 200.000 Tiere - treffen sich an der deutschen Nordseeküste, um
zwischen Eidermündung und Wesermündung zu mausern. Bevorzugte Mausergebiete
liegen insbesondere im Dithmarscher Wattenmeer, aber auch bei Scharhörn und den
Knechtsänden.
Die Mauserzeit beginnt Ende
Juni und endet Anfang September. Während der ca. 4 Wochen andauernden
Mauserzeit wechseln sie ihre Federn, weil deren wasserabweisenden und
wärmeisolierenden Eigenschaften sich abnutzen. Im Gegensatz zu anderen Vögeln
werfen sie alle alten Schwungfedern gleichzeitig ab und sind dann für einige
Wochen flugunfähig. Sie bilden dann riesige Mauserschwärme auf ungestörten
Wattenprielen. Bei Niedrigwasser rasten sie an den Prielhängen oder auf
vorgelagerten Sandplaten. Ihre Nahrung finden sie auf den trockengefallenen
Wattenflächen. Hierzu trampeln sie große Kuhlen in den Boden und fressen
anschließend die freigelegten Muscheln, Wattschnecken, Schlickkrebse und
Würmer.
Während der Mauserzeit
beträgt ihre Fluchtdistanz ca. 2-3 km. D.h. alles was sich nähert, egal ob
Motorbootfahrer, Segler bzw. Küstenkanuwanderer, sorgt für große Unruhe; denn
sie können nicht mehr fliegend, sondern nur schwimmend oder tauchend entkommen.
Dabei verbrauchen sie große Mengen an Energie, die sie eigentlich zur Mauser
benötigen.
Deshalb sollten wir
Küstenkanuwanderinnen und –wanderer, die prädestiniert dafür sind, in flacheren
Gewässern zu paddeln, gerade während der Brandgansmauserzeit besonders
rücksichtsvoll sein und um jene Reviere, die bevorzugt zum Mausern aufgesucht
werden, einen großen Bogen paddeln. Das Wattenmeer ist groß genug. Da ist es
wirklich nicht nötig, zwischen dem 10.7. und 10.9. dort zu paddeln, wo die
Brandgänse sich für den Winter regenerieren.
Aus diesem Grund haben
auch die Wassersportverbände und die Nationalparkverwaltung des Nationalparks
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer freiwillig vereinbart, vom 10.7. – 10.9.
die nordöstlich von der Vogelinsel Trischen ins Watt führenden Priele
Bielshövener Loch, Flackstrom und Dieksander Priel. Entsprechendes wird für das
südöstlich von Trischen gelegene Klotzenloch empfohlen.
(Ein
Faltblatt des Nationalparkamtes gibt hierzu nähere Auskunft – s. Link.)
Zum Schluss noch eine Frage
zu diesem unverwechselbaren Wasservogel mit dem kontrastreichen schwarz-weißen Gefieder,
dem rostbraunen / brandroten Brustring und dem roten Schnabel: „Handelt es sich
bei ihnen um Brandgänse oder Brandenten?“ Nun, auf der Homepage der
Schutzstation Wattenmeer gibt R.Borcherding die folgende Erklärung:
Text: U.Beier
– www.kanu.de/kueste/
Links:
è www.wattenmeer-nationalpark.de/partner/falt.htm
è
www.kanu.de/nuke/downloads/SH-Befahrung.pdf
è
www.schutzstation-wattenmeer.de/wissen/Brandgans.html
è
www.kuestenkanuwandern.de/aktuell.html
> Info vom