01.06.2002 Ärmelkanal (Revier)
In der Zeitschrift SEGELN wird in der
Beilage "Touren-Segeln" etwas über Wind- & Stromverhältnisse im
Ärmelkanal informiert:
Wind: Die westlichen Winde herrschen vor (Juni/Juli: 57%; August/September:
45%) - im Gegensatz zu den östlichen Winden (22% bzw. 34%). In dieser Zeit
herrscht an 0-2 Tagen/Monat Nebel, 1-2 Tagen Flaute und an 0-1 Tagen Sturm. Der
Westwind stammt übrigens vom Azorenhoch, welcher frische, feuchte subtropische
Luft mit sich führt. Bläst der Wind beständig aus Südwest ist die englische
Küste mit tiefen Wolken und Nebel bedeckt. An der französischen Küste sind die
Sichtverhältnisse besser, solange der Wind nicht auf West dreht. Die
Lufttemperatur wird von den Wassermassen beeinflusst. Die thermischen Wind
(See-/Landwind) machen sich auch am Ärmelkanal bemerkbar. Die Zone reicht bis
zu 10 sm auf den Kanal hinaus.
Strom & Gezeiten: Die Ausläufer des Golfstrom machen sich mit einer
östlichen Strömung bemerkbar (ca. 0,5 - 1,0 kn). Starke Winde aus West bzw. Ost
führen zu einer Stromverstärkung (ca. 1,5 kn) bzw. -verminderung. Die Gezeiten
wirken sich unterschiedlich stark aus: z.B. beträgt der Tidenhub auf den
Kanalinseln 12 m, entsprechend stark sind die zu beobachtenden Gezeitenströme.
Im Tidenkalender wird der Tidenhub zusätzlich mittels Koeffizienten angegeben:
120 entspricht höchste Springtide und 20 niedrigste Nipptide. Die Mitttide soll
zwischen 70 und 95 liegen. Zur Richtung der Gezeitenströme geben die englischen
Seekarten Auskunft.
(Hinweis: Die täglichen Hubschwankungen
fallen übrigens im Ärmelkanal wesentlich stärker aus als in der Deutschen Bucht.
Deshalb findet man im deutschen "Gezeitenkalender" keine konkreten
Angaben über die täglichen Veränderungen des Tidenhubs, sondern lediglich für
das ganze Jahr gültige pauschalen Angaben über die Höhe des mittlere Hoch- und
Niedrigwassers. Wer hierzu Genaueres erfahren möchte, muss in den vom BSH hrsg.
"Gezeitentafeln: Europäische Gewässer" (jährlich neu; ca. 220 S.)
schauen.)
Quelle: SEGELN, Nr. 6/02 (Beilage, S.12-18)
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