02.06.2004
Schutzgebiete in Nord- und Ostsee (Revier/Inland)
Nach nur zweijähriger Vorbereitungszeit unter Federführung des
Bundesumweltministeriums hat die Bundesregierung eine Reihe von
Meeresschutzgebieten vor der deutschen Küste offiziell an die EU-Kommission
gemeldet. Die Gebiete, vier davon in der Nordsee und sechs in der Ostsee, sind
ein Beitrag zum europäischen Schutzgebietsnetz "Natura 2000". …
Während fürr den Vollzug der europäischen
Vogelschutzrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat
(FFH)-Richtlinie an Land und in den Küstengewässern die Bundesländer
verantwortlich sind, konnte der Bund erstmals seine Naturschutzkompetenz jenseits
der Hoheitsgewässer in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) unter
Beweis stellen. Als Ergebnis hat er dem Naturschutz 31 Prozent der AWZ in Nord-
und Ostsee, also des küstenfernen Bereichs der 12- bis 200-Seemeilen-Zone, zur
Verfügung gestellt.
Geschützt sind 25 Vogelarten, vor allem aus den Gruppen der
Seetaucher und Meeresenten, außerdem die drei Meeressäugetierarten Schweinswal,
Kegelrobbe und Seehund sowie sechs wandernde Fischarten. Entscheidend für den
Schutz der Arten ist der Erhalt der für sie existenziellen Lebensräume
"Sandbänke" und "Riffe". Die gemeldeten marinen
"Natura 2000" Gebiete sind ein Meilenstein auf dem Weg zu einem Netz
von Meeresschutzgebieten im Nordostatlantik und in der Ostsee. Die
Umweltminister der Nord- und Ostseeanrainerstaaten hatten 2003 in Bremen
beschlossen, solche Gebiete einzurichten.
Die Schutzgüter und die Schutzgebiete wurden innerhalb von zwei
Jahren identifiziert und abgestimmt: Gemeinsam mit dem Bundesamt für
Naturschutz waren in einem umfangreichen und anspruchsvollen Auswahlverfahren
Bundesressorts, Küstenbundesländer und Öffentlichkeit beteiligt.
Bundesumweltminister Trittin: "Deutschland ist europaweit der erste
Mitgliedstaat, der ein tragfähiges Gesamtkonzept für Natura 2000 an die
EU-Kommission meldet."
Quelle: BMU
Pressedienst Nr. 160/04 – www.bmu.de/presse
Weitere Informationen (Karten und
Hintergrundinformationen):
è www.habitatmarenatura2000.de
s. auch die Stellungnahme des WWF:
è www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/01885/index.html