04.11.2005
DKV-Kanustation auf Hooge
(Nordfriesland) (Revier/Inland)
In KANU SPORT stellt Eckehard
Schirmer (schleswig-holsteinischer LKV-Referent für Küste) in dem Beitrag:
„Neue
DKV-Kanustation auf Hooge.
Der DKV als
Gast des „Hallig Segel Club Hooge“ (HSCH)“
die zweite DKV-Kanustation im Nationalpark
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer vor. Die erste wurde auf der Hallig
Langeness neben der Warft Hilligenley eingerichtet.
Die Bereitschaft des „Hallig Segel Club Hooge“ uns Küstenkanuwanderinnen
und –wanderer auf ihrem Gelände als Gast stets willkommen zu heißen, sollten
wir nutzen, statt uns irgendwo auf Hallig Hooge, wo die Halligbewohner im
Besonderen und die Naturschützer im Allgemeinen es nicht wünschen, zu
„verdrücken“. Nehmen wir die Einladung an und verhalten wir uns so, wie es von
Gästen erwartet wird.
Die DKV-Kanustation liegt auf der Nordseite von Hooge, und zwar im
Hafen, der ca. 1 km westlich des Anlegers liegt, an dem die Fahrgastschiffe
festmachen. Wenn wir die Hafeneinfahrt ausgemacht haben und – sofern Wasser da
ist – hineinfahren, sollten wir uns rechts halten und noch vor der
Fußgängerbrücke nahe der nächstliegenden Wiese anlanden. Irgendwann wird dann
der Hafenmeister vorbei kommen, um die Hafengebühren zu kassieren.
Am besten ist es, wenn wir bei Hochwasser anlanden bzw. ablegen;
denn bei Niedrigwasser sind weite Teile des Hafenbeckens trocken gefallen.
Entsprechendes gilt für die Hafenausfahrt. Wenn wir mangels Wasser nicht mehr
hinein in den Hafen bzw. nicht mehr heraus kommen, bleibt uns nichts anderes
übrigen, als mit dem Bootswagen überzusetzen; denn Treideln ist zumindest im
Hafenbecken nicht möglich. Dort herrscht so wenig Strömung, dass sich dort die
feinsten Sedimente ablagern können, d.h. genau jene Sedimente, die dafür
sorgen, dass knie-, manchmal auch hüfttiefer Schlick entstehen kann. Übrigens,
nur zwischen 2 Std. vor bis 2 Std. nach Hochwasser werden wir beim Anlanden
bzw. Ablegen kaum mit Schlick in Berührung kommen und zwischen 2 Std. vor bis 2
Std. nach Niedrigwasser wird es kaum möglich sein, beim Anlanden bzw. Ablegen
auf den Bootswagentransport zu verzichten. Dazwischen müssen wir uns mit dem
Schlick abfinden. Er gehört zum Küstenkanuwandern wie der Sand, das Salzwasser,
die Wellen und der Wind. Wer das alles nicht mag, der wird wohl die
DKV-Kanustation auf Hooge kein zweites Mal Anlaufen. Aber wohin will er dann?
Auch die Wattfläche vor Hilligenley (Hallig Langeness), der Hafen von Hallig
Oland und der Seglerhafen von Wittdün (Insel Amrum) fällt trocken und ist mehr
oder weniger stark verschlickt!
Übrigens, die DKV-Kanustation bietet den Küstenkanuwanderinnen und
-wanderern „nur“ einen Übernachtungsplatz, auf dem wir willkommen sind. Sein
Lage sagt nichts darüber aus, wie leicht oder wie schwierig es ist, diese
Station zu erreichen. Bei Flaute kann wohl Hooge fast jeder Kanute, der
„navigationstüchtig“ ist, erreichen. Spätestens ab 3 Bft. muss er jedoch nicht
nur „seegangstüchtig“, sondern z.B. auch „kentertüchtig“ sein. Wer das ignoriert,
begibt sich in Lebensgefahr und wer meint, dass für ein Tour nach Hooge es
ausreicht, ein paar tausend Flusskilometer gepaddelt zu sein, der möge den
folgenden Seenotfallbericht vor Antritt einer Tour Richtung Hooge durchlesen:
è www.kanu.de/nuke/downloads/Seenotfallanalyse.pdf
Ansonst führt fast jeder Startort Nordfrieslands nach Hooge:
Schließlich haben wir bei einer Wetterverschlechterung immer noch
die Möglichkeit, per Fahrgastschiff zurück ans Festland zu kommen. Ich habe es
dabei sogar schon einmal erlebt, dass ich wegen des Windes – mit meinem
Seekajak im Gepäck – per Fähre nach Hooge gefahren bin und 2 Tage später auch
wieder zurück … und trotzdem hat mir dieses Wochenende dort draußen auf Hallig
Hooge gefallen!
Text: U.Beier
Quelle: KANU SPORT, Nr.
11/05, S.22-27 – www.kanu.de
Links:
DKV-Tourenvorschlag: Langeness & Co.:
è www.kanu.de/nuke/downloads/Tour-Langeness.pdf
Einweisungsfahrt Langeness (Oland, Gröde, Hooge, Amrum, Föhr):
è www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Langeness-Hausaufgaben.pdf