19.03.2009 Aktualisierung des Seekartenbestandes (Revier/Inland)
Für
den „Hobby-Küstenkanuwanderer“, der mal zu den ostfriesischen Inseln, mal zur
nordfriesischen Halligwelt paddelt, sind insbesondere die folgenden vom BSH
herausgegebenen Seekartenblätter von Relevanz:
(reicht von der Ostspitze Juist bis zur Westspitze
von Wangerooge)
Maßstab: 1:50.000; Kartenbezugssystem: WGS 84,
Tiefenangaben: LAT.
43. Auflage (Stand: 2008.XI) - Erstausgabe: 1935.
(reicht von der Nordhälfte Pellworm bis zur Südhälfte
von Sylt)
Maßstab: 1.50.000; Kartenbezugssystem: WGS 84;Tiefenangaben:
LAT.
26. Auflage (Stand: 2008.X) – Erstausgabe: 1976.
Beide
Blätter sind in dem für Küstenkanuwanderer unhandlichen Format ca.85x117 cm
erhältlich. Sie haben den Vorteil, dass wir mit ihnen maßgeschneidert z.B. DIN
A3-Farbkopien erstellen können, deren Ausschnitt so gewählt werden sollte, dass
die von uns geplanten Etappen jeweils auf einer einzelnen Kopie nachvollziehbar
wiedergegeben wird. Wenn wir dann noch beim Kopieren daran denken, dass sich
die einzelnen Kartenkopien überlappen, brauchen wir nur noch auf den Kopien die
Fahrwassertonnen besonders hervorzuheben (damit wir sie auch auf dem Kartendeck
unseres Seekajaks erkennen und deren Nr. ablesen können) und jeweils 2 Blätter
zusammen einzulaminieren, dürfte es nicht mehr an den Karten, sondern nur noch
an uns, an der Sicht bzw. am falschen Kompass liegen, wenn wir unser geplantes
Ziel nicht erreichen.
Insbesondere
das Laminieren von Kartenkopien stellt für die praktische Navigation im
Seekajak eine große Erleichterung dar; denn all die Probleme, die uns teilweise
Kartentaschen bereiten, sind beim Laminat unbekannt:
Einen
Nachteil haben jedoch solche Kartenlaminate. Sie
sehen am Ende einer Saison noch so unversehrt aus, dass viele von uns geneigt
sind, diese auch im nächsten, übernächsten, überübernächsten … Jahr zu
verwenden, auch wenn die einlaminierten Kartenkopien in der Zwischenzeit total
veraltet sind. Insbesondere als „Fahrtenleiter“ ist es wichtig, nach der
aktuellsten Seekarte zu paddeln, auch wenn er das Revier wie seinen
„Kenterbeutel“ kennt. Er paddelt ja auch mit einer Schwimmweste, obwohl er am
wenigstens auf sie angewiesen sein dürfte.
Insbesondere
das Wattenmeer ist ständigen Wandlungen unterworfen. Die Wattflächen verändern
sich und folglich auch die Wattfahrwasser. Dazu kommt noch, dass die
Tiefangaben der vom BSH herausgegebenen Seekarten seit 2005 schrittweise auf
den „niedrigste möglichen Gezeitenwasserstand“ / „Lowest
astronomical Tide“ (LAT) (früher war die Basis für
„Seekartennull“ (SKN) das „mittlere Springniedrigwasser“ (MSpNW) umgestellt werden. Das führt dazu, dass alle in den BSH-Seekarten angebenen
Tiefenangaben im Wattenmeer der deutschen Nordsee um ca. 0,5 m niedriger und
alle Watthöhen (richtiger: Trockenfallende Höhe über Seekartennull) um ca. 0,5
m höher ausfallen.
Der
vom BSH herausgegebene „Gezeitenkalender“ enthält seit Beginn der Umstellung
nur noch Werte für Hoch- und Niedrigwasser, die auf LAT bezogen sind. Die
Seekarte Nr. 89 (Ostfriesland) ist schon seit einigen Jahren auf LAT
umgestellt. In der Seekarte Nr. 107 (Halligwelt) werden aber erstmals ab
2009 die Tiefenangaben auf LAT bezogen. In Anbetracht dessen, dass sich
zusätzlich noch einige nordfriesische Wattfahrwasser stärker verändert haben
(z.B. das Wattfahrwasser, welches um Amrum Odde
läuft, und die „Schweinsrückendurchfahrt“, die westlich von Langeness
den Weg zur Norderaue und weiter nach Amrum weist),
sollte jeder Küstenkanuwanderer die Chance nutzen, und den Bestand seines Kartenmaterials
aktualisieren.
Text: Udo Beier
Link: www.kanu.de/nuke/downloads/LAT.pdf