17.08.2009 Zeltmöglichkeit auf Wittdün/Amrum
eingeschränkt (Revier/Inland)
Lange
Jahre war es irgendwie geduldet, dass Küstenkanuwanderer am Rande des
Seglerhafens von Wittdün zwischen Seglergaststätte („Seeforerhus“) und Steganlage für Segelboot auf der Wiese
direkt an der Wattkante über Nacht ihre Zelte aufbauen konnten.
Nun
soll das vorbei sein. Die örtliche Polizei wacht darüber, dass das dort nicht
mehr gezeltet wird. Das letzte Mal wurde um Mitternacht ein Kanute per
Lautsprecher aus dem Zelt geholt und ihm klar gemacht, dass das Zelten dort
nicht mehr erlaubt sei.
Warum
das so ist, darüber kann nur spekuliert werden:
Erstens
wurde diese Wiese von immer mehr Kanuten zum Zelten genutzt, sodass
zwischenzeitlich mehrere Gruppen dort zur selben Zeit zelteten und sich dabei
aufführten, als ob es ihr Recht sei, dort im Zelt zu übernachten.
Zweitens
hatte sogar eine Gruppe es für selbstverständlich angesehen, dort eine ganze
Woche zu zelten zu dürfen.
Und
Drittens gab es immer wieder Kanuten, die es regelrecht darauf anlegten, der
benachbarten Gaststätte keinen Unkostenbeitrag für die Benutzung des WC
zukommen zu lassen.
Nun
scheint diese ideale Möglichkeit, als Küstenkanuwanderer mit dem Zelt auf Amrum
wenigstens für 1 Nacht geduldet zu werden, vorbei zu sein. Da hilft auch kein
Verweis § 36 Abs. 2 (des schleswig-holsteinischen „Gesetz zum Schutz der Natur“
– Landesnaturschutzgesetz – LNatSchG (16.6.93)):
„Nicht motorisierte
Wanderer dürfen abseits von Zelt- und Campingplätzen einmal in Zelten übernachten,
wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind und keine besonderen
Schutzvorschriften entgegenstehen.“
denn
zum einen erlaubt der Eigentümer dieser Wiese (nämlich die Kommune Wittdün) nicht das Zelten und zum anderen handelt es sich
bei der Wiese um ein Stück Deich, auf dem ebenfalls das Zelten nicht erlaubt
ist.
Was
nun? Nun, vielleicht erlaubt ja der Segelverein vor Ort, dass auf ihrem
Gelände, nämlich dort wo u.a. die Trailer abgestellt
sind, für eine Nacht gezeltet wird. Ansonsten bleibt einem nichts anderes
übrig, als per Bootswagen den nächsten Zeltplatz anzufahren. Als ich mal mit
einer Gruppe entlang der westfriesischen Inseln gepaddelt bin, haben wir bis zu
3 km per Bootswagen zurückgelegt und dabei so nebenbei Land & Leute kennen gelernt.
Text: Udo Beier