23.02.2005 Seegang (Wetter)
Wer entlang der
Küste paddelt, muss die Kunst beherrschen, sich auf den Seegang einzustellen.
Näheres über die Entstehung des Seegangs findet man in der Zeitschrift SEGELN:
Dieses Schwingen der Wasseroberfläche
muss sich nun in die Richtung, in die der Wind bläst, fortpflanzen, da der
Winddruck ständig neue Schwingungen oder Wellen erzeugt und ihr Feld immer
weiter vergrößert.
Da es sich bei diesem Vorgang um
Schwingungen handelt, bewegen sich die Wasserteile auch nicht vorwärts, sondern
im Takt der durchlaufenden Wellen auf und nieder. …
Einmal vom Wind angestoßen, treten die
Wellen dann ihre Reise an (sog. Dünung),
wobei die ihr vom Wind „eingeprägte“ Energie unterwegs nur in sehr geringem
Maße verbraucht wird. Die Wasserteilchen schwingen nach oben, erreichen ihren
Gipfelpunkt und werden durch die Erdanziehung wieder nach unten gezogen.
Dabei lassen sich die Schwingungen nicht
von ihrem einmal eingeschlagenen Kurs abbringen, weder beim Zusammentreffen mit
anderen Wellenfeldern, noch durch Strom – bis sich ihre Energie schließlich in
Form von Brandung an einer Küste entlädt. …
(Das Besondere der Dünung ist dabei, dass sie Windfeldern
vorauseilen können und somit Boten ferner – u.U. schon wieder abgeflauter -
Stürme sein können. Das ist auch der Grund dafür, dass entlang der Küste
Brandungsbedingungen herrschen können, obwohl dort seit Tagen kein Wind wehte.)
Je höher die
Windstärke, desto länger werden die Wellen und umso schneller bewegen sie sich
fort.
Jede Änderung
der Windgeschwindigkeit erzeugt Wellen unterschiedlicher Länge und
Laufgeschwindigkeit, jede Winddrehung eine Änderung ihrer Ausbreitungsrichtung.
Das Ergebnis: Schnelle Wellen, die langsamer laufende einholen, überlagern sie
und (können) damit ihre Höhe weiter mehr als verdoppeln – bis sie zu
sogenannten Kaventsmännern werden. …
Gegenstrom oder Flachwasser wie Sandbänke
… und andere Untiefen haben jedoch großen Einfluss auf ihre Höhe und Steilheit:
Sie bremsen die Welle aus – ihre Geschwindigkeit wird plötzlich verlangsamt und
damit im gleichen Maße auch ihre Länge.
Die in ihr nach wie vor enthaltene
Energie sorgt nun für eine Zunahme der Höhe und Steilheit. Je stärker die
Änderung der Wassertiefe und je abrupter die Welle abgestoppt wird, desto
steiler kann sie werden und das Verhältnis 1:7 überschreiten.“
Quelle: SEGELN, Nr. 3/05, Heftbeilage S.12-13 – www.segelmagazin.de